Im Europäischen Zentrum der Solidarność in Danzig fand am 23. Januar der Neujahrsempfang des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Danzig statt. Der Blick nach vorn ins neue Jahr war mit einer Veranstaltung der „Tage jüdischer Musik“ des Usedomer Musikfestivals verbunden.

Basil Kerski, Leiter des Europäischen Zentrums der Solidarność in Danzig. Foto: Uwe Hankamp

 

Die Verknüpfung von Kultur und Diplomatie hat beim deutschen Generalkonsulat in Danzig schon Tradition. In diesem Jahr gab es vor dem eigentlichen Neujahrsempfang ein Gespräch des Politologen Professor Alfred Grosser und des Publizisten Adam Krzemiński zum Thema „Polen, Deutschland und die Juden“, das musikalisch vom Diplomatischen Streichquartett aus Berlin umrahmt wurde. Die Stimmung war unter anderem deswegen nicht so ausgelassen wie in den letzten Jahren, weil Generalkonsulin Cornelia Pieper nach einem schweren Unfall im letzten Sommer erst wenige Wochen wieder im Dienst ist. Der Wunsch für ein gesundes neues Jahr des Gastgebers im Europäischen Zentrum der Solidarność ECS, dessen Leiter Basil Kerski ist, galten daher vor allem ihr.

 

 

Polenweite Jahrestage

 

Ihre Rückkehr fällt in eine besondere Zeit, so Kerski: „Wir feiern das Ende des Ersten Weltkriegs und 100 Jahre Unabhängigkeit Polens“. Er wies darauf hin, dass der erste Botschafter des Deutschen Reiches in Polen, Harry Graf Kessler, ein Pazifist und ein großer Europäer war, und betonte die Wichtigkeit der Verbindung Polens damals wie heute zu Europa und den demokratischen Bewegungen in Mitteleuropa.

 

Die deutsche Minderheit in Nordostpolen greift das Jahr 1918 in einem etwas anderen Kontext auf. Der Kulturmanager des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) beim Verband der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren VdGEM Ralf Meindl plant eine Reihe von Vorträgen zu den damaligen Änderungen bis zur Volksabstimmung 1920.

 

 

Lokales Handeln

 

Ansonsten wird er Referate zum Film „Metropolis“ halten und das Projekt „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ fortsetzen. „Am 12. Februar findet ein Workshop dazu in der Woiwodschaftsbibliothek in Allenstein statt“, verrät er seinen ersten Termin.

 

Henryk Hoch, der Vorsitzende des VdGEM, hat vor allem die vom VdGEM koordinierten Veranstaltungen im Blick: „In diesem Jahr gibt es wieder das Festival ´Unter einem gemeinsamen Himmel´ mit der ukrainischen Minderheit. Als Osteroder freue ich mich auch, dass das Sommerfest und erstmals die Sommerolympiade für unsere Jugendlichen in Osterode stattfinden.“ Außerdem wird der VdGEM 25 Jahre alt, die Feier dazu sei in Planung, so der Vorsitzende.

 

Edyta Gładkowska, die Vertreterin der Landsmannschaft Ostpreußen in Allenstein, steuert zum Jahresprogramm eine Volkstanzwerkstatt und in der zweiten Aprilhälfte ein Frühlingsseminar in Gallingen/Galiny bei Bartenstein bei.

 

 

Uwe Hahnkamp