Der Oppelner Woiwode Adrian Czubak hat kürzlich die Gemeindevorsteher, Bürgermeister und Landräte um eine Liste der im jeweiligen Zuständigkeitsgebiet befindlichen Denkmäler ersucht. Daneben sollen die Kommunen dem Woiwoden eine detaillierte Foto- und Beschreibungsdokumentation zukommen lassen.

 

Rafał Bartek, Vorsityender der Oppelner SKGD Foto: S. Kołakowska

 

 

Die Aufforderung des Woiwoden zeigt klar, dass dieser wissen will, welche Monumente in der Oppelner Region womöglich nicht mit dem Gesetz gegen Kommunismus und andere totalitäre Systeme konform sind. Dem Gesetz nach darf ein Denkmal an keine Personen, Organisationen, Ereignisse oder Zeitpunkte erinnern, die symbolisch für ein totalitäres System stehen. Dabei soll nach dem Willen des Woiwoden in erster Linie das überprüft werden, woran ein Denkmal erinnert, d.h. welche Idee den Autoren vorschwebte.

 

 

Die Umstrittenen müssen weg

 

Dem Vernehmen nach sollen die zuständigen Dienste des Oppelner Woiwoden zudem prüfen, ob das eine oder andere Denkmal sich nicht mit seiner Form oder Symbolik auf den Nationalsozialismus bezieht. Diejenigen, die im Sinne der Vorschriften kontrovers sind, müssten dann bis Ende März verschwinden. Und sollten es sich dort Elemente befinden, die ein totalitäres System propagieren, müssten diese beseitigt werden! Ob in diesem Zusammenhang die Denkmäler, die von der deutschen Minderheit errichtet worden sind, gefährdet sein könnten? Theoretisch ja, denn jede Überprüfung von Erinnerungswerten und Gedenkorten ist an sich ein Grund zur Besorgnis. Wie wir alle wissen, sind die von der deutschen Minderheit errichteten Denkmäler jeweils Basisinitiativen. Als sie entstanden, gab es oftmals keine einschlägigen Leitlinien. Alles geschah spontan als Herzensbedürfnis. Immerhin aber sind ja zumindest die Denkmäler für Gefallene des Zweiten Weltkriegs bereits einmal überprüft worden.

 

 

Nach geltendem Recht

 

Und man konnte dabei keinerlei Verherrlichung eines totalitären Systems entdecken. Mehr noch, sie beinhalten keine Symbole, die sich in irgendeiner Weise auf den Nationalsozialismus beziehen würden. „Die Gedenkorte, die innerhalb der deutschen Minderheit initiiert wurden, hatten immer nur eines zum Ziel: An die Opfer aus ganz bestimmten Ortschaften zu erinnern, an Großväter, Väter, Brüder, die im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen sind, sofern natürlich von diesem Zeitraum die Rede ist. Diese Denkmäler hatten daher nie eine militärische Dimension!”, macht der Oppelner SKGD-Vorsitzende Rafał Bartek deutlich. „Und auch nie hat man bei diesen Namen den jeweiligen militärischen Dienstgrad vermerkt. Der einzige Zweck dieser Gedenktafeln war und bleibt, die Erinnerung an konkrete Gefallene aus einer bestimmten Ortschaft in Ehren zu halten. Sie stimmen also mit dem geltenden Gesetz überein. Wenn man das bedenkt, dann sollten wir diese Regelung nicht fürchten. Denn unsere Denkmäler – ich wiederhole es noch einmal – hatten nie zum Ziel, den Nationalsozialismus zu verherrlichen. So sollten wir das meiner Meinung nach betrachten”, so Bartek.

 

 

Krzysztof Świerc