Im Dreiländereck an der Neiße ging das 16. Neiße Filmfestival zu Ende. Der Festivalfokus widmete sich im Wahljahr 2019 dem „Homo politicus“.

 

Filmausschnitt „Das melancholische Mädchen“. Foto: neissefilmfestival.net

 

 

 

Mehr als 7500 Filmfans erlebten an 20 Spielorten in Deutschland, Polen und Tschechien rund 120 Filme.

Zahlreiche Regisseure und Filmemacher sind ins Dreiländereck gekommen, um ihre Filme persönlich zu präsentieren. Einen besonders bemerkenswerten Zuwachs gab es dabei an Spielstätten außerhalb des Festivalzentrums, in Görlitz und Löbau. Die Reihe mit Filmen im 70mm-Format, kaum zu finden in der europäischen Festivallandschaft, lockte zudem wieder internationale Gäste in das Centrum-Panorama ins tschechische Warnsdorf.

 

 

Deutscher Spielfilm „Das melancholische Mädchen“ gewinnt Drei-Länder-Filmpreis

 

Bereits am Samstag wurden bei der Preisverleihung im städtischen Kulturzentrum in Görlitz-Ost (Zgorzelec) die Neiße-Fische, die Preisskulpturen des Festivals, vergeben. Der mit 10.000 Euro dotierte Drei-Länder-Filmpreis der Sächsischen Kunstministerin für den besten Spielfilm ging  an die deutsche Produktion „ Das melancholische Mädchen“ von Susanne Heinrich. Damit erhielt erstmals seit 2011 eine Produktion aus Deutschland den Hauptpreis. „Humorvoll zielt die Regisseurin dieses bezaubernden wie klugen Films auf die Paradoxe unserer modernen Welt. Sie zeigt uns in locker und leichtem Ton und unter Verwendung sämtlicher feministischer Theorien, wie konservativ und unfrei wir sind in unseren Käfigen aus Konventionen“, so die Jury in ihrer Begründung.

 

 

Zahlreiche Preise für Filme aus Polen

 

Den Neiße-Fisch für die beste darstellerische Leistung erhielt  Jacek Braciak für seine Rolle im polnischen Spielfilm „Córka trenera” (Die Tochter des Trainers) von Łukasz Grzegorzek .  Der Preis für das beste Szenenbild und der erstmals verliehene Neiße-Fisch für das beste Drehbuch gingen an Jagna Dobesz und  Gabriela Muskała für ihre Arbeit an der  polnisch-tschechisch-schwedischen Produktion  „Fuga“ (Flucht) von Agnieszka Smoczyńska.

 

Als bester Dokumentarfilm im Wettbewerb wurde die polnische Produktion  „Miłość bezwarunkowa“ (Bedingungslose Liebe) von Rafał Łysak gekürt. Den Preis für den besten Kurzfilm erhielt der polnische Beitrag  „Siostry“ (Schwestern) von Michał Hytroś.

 

 

Publikumspreise gehen nach Tschechien und Deutschland

 

Auch die Meinung des Publikums war gefragt: Der Publikumspreis für den besten Langfilm im Programm des 16. Neiße Filmfestivals ging an den tschechischen Spielfilm „Chata na prodej“ (Wochenendhaus zu verkaufen) von Tomáš Pavlíček, beliebtester Kurzfilm wurde die deutsche Produktion „Die letzten fünf Minuten der Welt“ von Jürgen Heimüller.

 

 

Spezialpreis des Filmverbandes Sachsen für tschechisch-deutschen Spielfilm

 

Der  Filmverband Sachsen vergibt zum Neiße Filmfestival jährlich den Spezialpreis an einen Film, der  sich mit Respekt und Toleranz anderen Kulturen nähert und einen Weg zum Dialog bereitet. Ausgezeichnet  wurde in diesem Jahr der  tschechisch-deutsche Spielfilm „Honza má pech“ (Hans im Pech) von Rena Dumont.

 

Das nächste Neiße Filmfestival findet vom 26. bis 31. Mai 2020 statt.

 

www.neissefilmfestival.net/mb