Die Sozial-Kulturelle Gesellschaft organisiert dieses Jahr wieder Ausflüge für Jugendliche nach Berlin. Während der vier Tagesausflüge im August wartet auf die knapp 200 Jugendlichen aus der ganzen Oppelner Region ein spannendes Programm.

 

 

Doch zuerst müssen die Teilnehmer, die seit dem Ende des Schuljahres gemütlich ausschlafen können, in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett gezerrt werden. Keine leichte Aufgabe für die Eltern, wie viele bei der Abfahrt gegen 5:00 Uhr morgens zugeben. Die Fahrt mit dem Bus dauert ca. fünf Stunden, doch diese Zeit wird nicht für Quatsch verplempert. Die Betreuer bereiten jedes Mal ein Programm vor.

 

Zuerst wird der Film „Gruß aus Oppeln“ gezeigt, damit alle auf dem gleichen Wissensstand sind, was die Deutschen in der Oppelner Region angeht. Anschließend gibt es zum Film eine Fragerunde und so verfestigen die Jugendlichen ihr Wissen über den jüdischen Theologen Leo Beck aus Oppeln, erfahren dass 75 Prozent der Oppelner Katholiken und 20 Protestanten waren, und dass bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 in der Stadt Oppeln 94,4 Prozent der Bevölkerung für Deutschland gestimmt haben.

 

Nach der geschichtlichen Rückschau wird ein Sprung in die Gegenwart gemacht, wo die Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren auf Fragen zur Tätigkeit der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien antworten. Viele der Teilnehmer haben an Samstagskursen, der Jugendbox und den zahlreichen Wettbewerben mit deutscher Sprache teilgenommen, kennen die Miro Deutsche Fußballschule und können die Fragen korrekt beantworten.

 

Geschichte

Kurz vor Berlin, der Stadt die über 180 Museen hat, fasste die Gruppenleiterin Iwona Majek – Wiśniewska die Geschichte Berlins zusammen: Vom kleinen Fischerdorf zur modernen Metropole und Hauptstadt des 1990 wiedervereinigten Deutschlands. Der erste Halt in Berlin ist das „The Story of Berlin“-Museum. Hier schauen sich die Teilnehmer eine interaktive Ausstellung an, die sie über die 800jährige Geschichte Berlins informiert. Hier wurden die Teilnehmer u.a. in die Zeiten Napoleons, des Ersten und Zweiten Weltkrieges, die Nachkriegszeit, und die Teilung Berlins, samt der Musik, Mode in die jeweilige Atmosphäre im Park und auf dem Friedhof versetzt.

 

 

Stadttour

Als nächstes holt die Jugendlichen ein Doppeldeckerbus ab. Fast zwei Stunden lang fährt der Bus durch Berlin, ein Stadtführer erzählt zu jedem der wichtigen Gebäude eine Anekdote. Der Bus hat es nicht eilig, die Jugendlichen machen viele gelungene Fotos von der Stadt, es werden auch zwei Stopps eingelegt um Gruppenfotos zu machen, ein Stopp wurde natürlich vor dem Brandenburger Tor gemacht. Der zwölfjährige Dawid Suchiński war schon früher einmal in Berlin, aber von der Stadt kann er gar nicht genug bekommen: „Ich komme gerne nochmal hierher, es ist toll, hier gibt es so viel zu sehen! Am meisten gefiel mir die Gedächtniskirche“ sagt der gebürtige Broschützer.

Nach der Bustour gab es ein Mittagessen und dann Freizeit auf dem Kurfürstendamm. Amelia Matuszek aus Groß Strehlitz „Ich wusste schon einiges über Berlin, da wir im Deutschunterricht mit unserer Deutschlehrerin Marianna Sochańska diese Stadt mit Hilfe der Landkarte und verschiedenen Materialien bei uns in der Schule, sozusagen, vom weitem besucht haben, und ich wollte unbedingt die Stadt vor Ort kennenlernen“ sagt Amelia, die glücklich nach der Shoppingtour am Kurfürstendam (Ku`damm), es sich im Bus für die Heimfahrt, gemütlich macht.

 

Manuela Leibig