Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Monday, December 6, 2021

Adventstreffen der ostpreußischen Jugend

Jedes Jahr zum Advent treffen sich Jugendliche der deutschen Minderheit aus der Woiwodschaft Ermland-Masuren und aus Danzig sowie die Mitglieder des Bundes Junges Ostpreußen BJO, der Jugendorganisation der Landsmannschaft Ostpreußen, um die Weihnachtszeit einzuläuten.

 

Die Jüngsten mit Spaß beim Plätzchenbacken

 

Seit knapp 30 Jahren lädt der BJO schon zum Adventstreffen ins ehemalige Ostpreußen ein. Anfangs in Allenstein in Kooperation mit den dortigen Jugendlichen, später in Osterode.
„Zu Beginn waren es gerade einmal 30 Personen“, erinnert sich Edith Schattauer, damals Mitinitiatorin der Veranstaltung.

 

In diesem Jahr sind so viele Teilnehmer wie nie gekommen, so der BJO-Vorsitzende Tobias Link, der organisatorisch die Fäden in der Hand hat: „Wir hoffen, bei der Adventsfeier am Samstag Abend die 100er-Marke zu knacken.“ Er blickt durch den Saal: die Jugendlichen tanzen, basteln oder schneiden Obst für die Feuerzangenbowle, und die ganz kleinen Kinder rühren Plätzchenteig. Nur der Wein für die Bowle muss in der Küche stehen, und die Singgruppe hat sich wegen der Konkurrenz zur Tanzmusik in den Keller zurückgezogen.

 

Das Rezept für die Bowle ist übrigens geheim und darf nur demjenigen weitergegeben werden, der sie zubereitet. Seit einigen Jahren ist das Damian Kardymowicz, im Alltag Chef der Joannici Dzieło Pomocy, also der jungen Johanniter in Polen. Im nächsten Jahr will er sogar ein Pflegeheim bei Heilsberg eröffnen. Wie oft er in Osterode war, weiß er nicht genau, aber mehr als ein Dutzend Mal. Ebenso lange kommen Adrian Mańka aus Heilsberg und Rafał Brudzki aus Danzig zum Adventstreffen. Während der eine wegen des Berufs und eines wackeligen Knies zwar noch in Osterode tanzen kann, aber ansonsten bei Tanz- und Jugendgruppen kürzer treten muss, ist der andere gerade aus Deutschland zurück und steigt wieder bei der deutschen Minderheit in Danzig ein. Gegen solche Stammgäste ist Karolina Baluch auch bei der zweiten Teilnahme noch neu. Für die 18-jährige aus Heilsberg steht im nächsten Jahr das Abitur an, ansonsten konzentriert sie sich auf die Jugendtheatergruppe „Spiegel“.

 

Alle vier werden im nächsten Jahr wieder dabei sein. Dann sind es 30 Jahre seit den ersten Treffen und es sollen laut Tobias Link noch mehr Gäste werden: „Vier mal dreißig – hundertzwanzig – das wäre eine gute Zahl.“ Und Edith Schattauer fügt schmunzelnd hinzu: „Dann kommen die Gründer mit ihren Kindern, und wir haben vier Generationen im Saal.“

 

Text und Foto: Uwe Hahnkamp

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