Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, August 13, 2022

Aller guten Dinge sind drei

Vor genau 50 Jahren, am 9. September 1969, starb der Priester Infulat Adalbert (Wojciech) Zink in Allenstein. Aus Anlass seines 50. Todestags wurde für ihn am Pfad der ermländischen Bischöfe ein Gedenkstein eingeweiht. Nach einem Stein im Garten der Gerechten in Warschau-Wola und seiner Büste vor der Allensteiner Kathedrale ist es das dritte Denkmal für den standhaften Ermländer, der sich energisch für seine Landsleute, gleich welcher Nationalität, und insbesondere für Kardinal Wyszyński eingesetzt hat.

 

Am Stein für Adalbert Zink: li. Stifter Herbert Monkowski, re. Henryk Hoch. Foto: Uwe Hahnkamp

Adalbert Zink wurde 1902 in eine schwierige Zeit der Geschichte hineingeboren. Als junger Vikar im Ermland machte er sich für die Gemeindemitglieder stark, die polnisch oder die regionale ermländische Mundart sprachen. Nach dem Zweiten Weltkrieg brauchten ihn die deutschsprachigen Einwohner des Ermlands. Als 1953 Kardinal Wyszyński verhaftet wurde, unterzeichnete er als Einziger im polnischen Episkopat nicht die Einverständniserklärung dazu. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits Kapitularvikar und Leiter der Verwaltung der Diözese Ermland. Für seine Weigerung wurde er damals selber für 16 Monate inhaftiert.

 

Kein Bischof…
Der Gedenkstein für Infulat Adalbert Zink steht vor dem Eingang zum Pfad der ermländischen Bischöfe in Balden (Bałdy), auf dem vom ersten Bischof Anselm bis heute alle Bischöfe verewigt sind. „Er war kein geweihter Bischof, deswegen wurde der Stein hier vorne errichtet“, erklärte der Ehrenvorsitzende der Kreisgemeinschaft Allenstein, Herbert Monkowski, der mit seiner verstorbenen Frau Helga den Gedenkstein gestiftet hat. „Dabei hat er in seiner Amtszeit mehr für Ermland getan als mancher Fürstbischof vor ihm.“ Herbert Monkowski war selbst Ministrant bei Adalbert Zink und dafür immer einige Kilometer aus Jomendorf (Jaroty) zur Kapelle im Allensteiner Krankenhaus gelaufen. „Um sechs Uhr zum Gottesdienst begann er erst einmal, mit seiner tiefen Stimme ein bestimmtes Lied zu singen. Dann wussten die Leute, dass Messe ist und kamen“, erinnerte er sich in seiner Ansprache. Zu Ehren von Infulat Albert Zink stimmten die Anwesenden die erste Strophe dieses Liedes bei der Weihung des Gedenksteins an, die anschließend von Senior Erzbischof Edmund Piszcz vorgenommen wurde.

 

…aber mit entschiedener Haltung
Eine wichtige Person war Zink auch für den Vorsitzenden des Verbands der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren, Henryk Hoch. Er ist dessen letzter in der Region lebender Verwandter. „Adalbert Zink und mein Vater waren Cousins. Er war häufig zu Gast in der Uhrmacher-Werkstatt meines Vaters, wo sie lange diskutierten. Sie haben vielen Menschen bei behördlichen Problemen geholfen“, so Henryk Hoch. Mit seinem entschiedenen Eintreten für die Menschen und gegen Systeme, die ihre Würde missachten, war er der politischen Führung in Warschau ein Dorn im Auge. Dafür bezahlte er mit seiner Haft im berüchtigten Rakowiecka-Gefängnis in Warschau.
Beeindruckt von dieser Haltung sind die Schüler des Zink-Gymnasiums in Dietrichswalde (Gietrzwałd). „Er stand für seine Meinung mit allen Konsequenzen ein, das macht uns auch heute Mut“, zitierte der Direktor der Schule, Leszek Orciuch, eine Schülerin. Das Gymnasium existiert nicht mehr, die Tafel für Adalbert Zink wurde abgenommen. Aber sein Vorbild wird nicht verloren gehen, verspricht Leszek Orciuch: „Unsere Grundschule soll einen zweiten Schulpatron bekommen, damit uns Zink, der hier in Dietrichswalde begraben ist, als Patron erhalten bleibt.“

 

 

Uwe Hahnkamp

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