Der Große Czantory-Berg ist einer der ersten Gipfel, die man erblickt, wenn man in die Schlesischen Beskiden aus der Richtung von Gleiwitz (Gliwice) oder Ratibor (Racibórz) kommt. Seine Spitze bietet nicht nur wunderschöne Ausblicke, sie erinnert auch an die Geschichte der Deutschen in der Region.

 

Vom Aussichtsturm kann man unter anderem das Panorama von Ustron bewundern.
Foto: Łukasz Malkusz

 

 

Unsere Wanderung beginnt im Ortsteil Ustron-Polana. Man kann hier problemlos mit dem Zug hinkommen, auch für Autofahrer gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten. Aufpassen sollte man nur an Wochenenden, denn schon am Vormittag kann es hier voll werden.

 

Aussichten von den Sudeten bis in die Tatra

Der Ausflug gehört zu den schwierigeren unserer Reihe. Zuerst führen uns die roten Zeichen des Beskiden-Hauptwanderweges von 382 bis auf 995 Meter Höhe. Es geht sehr steil nach oben und besonders das zum Skilift parallel führende Teilstück ist anstrengend. Je nach Ausdauer muss man hierfür zwischen einer und zwei Stunden einplanen. Der Weg von der Oberstation des Lifts bis zur Spitze ist da im Vergleich schon fast ein müheloser Spaziergang, für den 30-45 Minuten reichen sollten. Die Anstrengung lohnt sich aber auf jeden Fall.

 

Der Aussichtsturm auf dem Gipfel des Czantory-Berges ist 29 Meter hoch

 

Auf dem Gipfel befindet sich ein 29 Meter hoher Aussichtsturm. Um auf die Aussichtsplattform zu klettern, muss man zwar Eintritt bezahlen (6 Złoty zu Jahresbeginn 2019), der Preis ist es aber wert. Bei gutem Wetter rauben die Aussichten den Atem. Man sieht nicht nur die Städte Ustron und Weichsel (Wisła), sondern auch den Widderberg und Rauhkogel in den Schlesischen Beskiden, den Weiberberg in den Saybuscher Beskiden, die Hohe Tatra und sogar den Altvater. Das sind natürlich nur wenige Bespiele, denn zu erblicken sind hunderte von Gipfeln. Dank diesem Panorama ist die Spitze des Großen Czantory-Berges ein Ort, für den man sich besonders viel Zeit lassen sollte.

 

Das Deutsche Haus auf 931 Metern

Letztendlich geht die Wanderung aber weiter. Mit dem Klettern ist es jetzt zu Ende. Mühelos führen uns in zehn bis 15 Minuten die blauen Zeichen zur Berghütte. Diese wurde in den Jahren 1903-1904 durch den Deutschen Beskidenverein aus Teschen (Cieszyn) gebaut. Die Bauarbeiten leistete die Teschener Firma von Friedrich Fulda. Am 7. August wurde es mit dem Namen „Erzherzogin Isabella Schutzhaus“ eröffnet. Die erste Wirtin der Berghütte wurde Frau Hes aus Wien. Bis 1945 blieb es in den Händen des Beskidenvereins, danach war es bis in die 90er-Jahre tschechoslowakisches Staatseigentum, heute ist es Privatbesitz.

Zurück zum Parkplatz (oder Bahnhof) geht es von hieraus nur noch Bergab – erst mit dem blauen Wanderweg bis zur 3. Maja-Straße in Ustron und dann diese Straße entlang. Je nach Ausdauer sollte dieses letzte Teilstück 1,5 bis zwei Stunden in Anspruch nehmen.

 

Łukasz Malkusz