Lukasz malkusz

Obwohl der Querberg der höchste Gipfel des Oppagebirges ist, gehört er nicht zu den bekanntesten Orten der Region. Wer sich jedoch entscheidet seine Hänge zu besteigen, wird die zahlreichen Geheimnisse dieses Berges kennenlernen.

Am Kamm angelangt, haben wir den schwersten Teil der Wanderung hinter uns. Hier verlassen wir den blauen Wanderweg, biegen links ab und weiter werden uns die roten Zeichen führen. Bis zum Gipfel ist es nicht mehr weit, dafür ist es ziemlich bequem – die Route führt einen breiten, flachen Waldweg entlang. Die Bergspitze kann man in circa 15 Minuten erreichen. Eile ist aber nicht zu empfehlen. Wenn man sich in Ruhe umschaut, findet man fast auf jedem Schritt Erinnerungen an längst vergangene Zeiten.

Bergbauboom

Das ganze Massiv des Querberges ist von kilometerlangen Schächten und Korridoren durchwühlt. Hunderte Öffnungen führen an die Oberfläche, zahlreiche davon sind durch Betondeckel, Eisengitter und Zäune verschlossen. Es sind Überreste des Bergbaumbooms im Mittelalters. Ein großer Teil dieser Infrastruktur scheint zwar noch intakt zu sein, wir empfehlen aber auf keinen Fall diese alten Minen zu besuchen. Auch bei äußerster Vorsicht kann es zu einem Einsturz kommen, es ist auch nicht schwer in einen tiefen Schacht zu fallen. Und Gold ist hier sowieso seit Jahrhunderten nicht mehr zu finden. So lange man die Warnzeichen nicht überschreitet, kann man sich die Eingänge sicher anschauen.

Die Bergleute kamen in diese Gegend seit dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Viele von ihnen stammten aus dem Gebiet des heutigen Belgien, Tausende aber auch aus dem Rheinland, Schwaben oder Franken. Diese Siedler waren die ersten Deutschen die nach Oberschlesien kamen – damit begann ihre Anwesenheit, die bis heute andauert. Am bekanntesten ist die Goldförderung, von der Zuckmantel den heutigen tschechischen Namen Zlate Hory hat. Gegraben wurde aber nach viel mehr, unter anderem Eisenerz, Blei und Kupfer.

Gang zum Gipfel

Zum Gipfel kommt man ohne große Mühe. Ausblicke gibt es vom höchsten Punkt des Querberges nicht – die Bergspitze ist durch dichten Wald bewachsen. Das heißt aber nicht, dass es gar keine guten Aussichtspunkte gibt. Dafür muss man sich aber noch mit ein wenig Geduld wappnen und den roten Zeichen noch eine Viertelstunde weiter folgen. Dann ist man bei den Bergmannsfelsen.

Diese liegen ein wenig abseits der roten Wanderroute, etwa 30 Meter links. Die Felsen sind ein idyllischer Flecken, ideal um sich nach einer circa zweieinhalbstündigen Wanderung auszuruhen. Um die volle Aussicht zu genießen, muss man ein paar Meter klettern. Dieser Aufstieg ist zwar nicht sehr schwer und auch ohne Klettererfahrung zu schaffen, aufpassen muss man aber sowieso. Von den Felsen sieht man vor allem die nahe Spitze des Querbergs und im Norden die Bischofskoppe mit dem charakteristischen weißen Aussichtsturm. Zu Füßen liegen uns die Wälder des Oppagebirges, bei gutem Wetter kann man auch weit ins Gebiet Polens hineinblicken.

Vom Bergmannsfelsen kann man sich langsam auf den Weg nach Unten machen. Wir empfehlen dabei aber eine andere Route zu wählen. Nach Erinnerungen der Militär- und Industriegeschichte erwarten uns jetzt Spuren der deutschen Pilger.

Łukasz Malkusz

Auf nach Zuckmantel – Auf den Spuren deutscher Bergmänner – Teil 1