Die heutige Kirche ist ein relativ neues Bauwerk, das 1995 unter anderen durch Bischof Alfons Nossol eingeweiht wurde.
Foto: Łukasz Malkusz

Der Kreuzweg ist auf Wunsch der Einwohner der Stadt entstanden und wurde 1729 mit einer feierlichen Prozession eröffnet.
Foto: Łukasz Malkusz

Das Massiv des Querberges bietet zahlreiche Einblicke in die Geschichte der Sudetendeutschen. Bei der richtigen Wahl der Wanderroute sehen wir beim Abstieg neben Erinnerungen an die Militär- und Industriegeschichte der Region auch Spuren der deutschen Pilger.

Von den Bergmannsfelsen kann man sich langsam auf den Weg nach unten machen. Auf dem ersten Teilstück verfolgen wir dieselbe Strecke, mit der wir aufgestiegen sind: Zuerst folgen wir den roten Zeichen bis zum Kamm, danach biegen wir rechts ab und folgen den blauen. Diesen Wanderweg verlassen wir vor dem letzten Abstieg Richtung Edelstejn. Der Weg biegt scharf nach links ab, wir gehen aber nach rechts, Richtung Maria Hilf. Ohne große Mühe kann man die Wallfahrtsstätte vom Aussichtspunkt in circa 45 Minuten erreichen.

Wallfahrtsstätte

Die heutige Kirche ist ein relativ neues Bauwerk, das 1995 unter anderen durch Bischof Alfons Nossol geweiht wurde. Die Geschichte dieses Ortes ist aber fast vier Jahrhunderte lang und untrennbar mit dem Schicksal der deutschen Bevölkerung dieser Gegend verbunden. Zu den Anfängen der Wallfahrtsstätte gibt es zwei Geschichten. Der ersten zufolge wurde ein aus einer Einsiedelei stammendes Bild hier während des Dreißigjährigen Krieges vor den Schweden versteckt. Laut der zweiten wurde eine Kopie der Passauer Madonna 1718 von einer Dorothea Weiß gespendet, deren Großmutter sich hier 1647 vor den Schweden versteckte und ihren Vater an diesem Ort zur Welt brachte. Was auch immer die Wahrheit ist, Maria Hilf wurde zu einem der bekanntesten Pilgerziele der Region. 1718 wurde hier eine Holzkapelle errichtet und 1841 ein gemauertes Gotteshaus geweiht. Mit der Vertreibung der Sudetendeutschen geriet die Wallfahrtsstätte ins Vergessen. 1955 wurde hier das Abhalten von Messen von den kommunistischen Behörden verboten und 1973 die Kirche gesprengt. Erst vor 25 Jahren hat der Wiederaufbau begonnen.

Rückweg

Der bekannteste Weg nach Maria Hilf ist die Asphaltstraße von Zuckmantel. Wir empfehlen jedoch eine viel angenehmere Abkürzung, die uns direkt zurück zum Parkplatz führt. Um dorthin zu gelangen, muss man dem gelben Wanderweg folgen. Er führt einen bequemen Waldweg entlang, der gleichzeitig der Kreuzweg von der Pfarrkirche in Zuckmantel zur Wallfahrtsstätte ist. Dieser ist auf Wunsch der Bewohner der Stadt entstanden und wurde 1729 mit einer feierlichen Prozession eröffnet. Die Strecke bietet Ausblicke aufs Massiv der Bischofskoppe, rundherum findet man auch Eingänge alter Minenschächte.

Nach einem circa 45 Minuten langen Spaziergang ist man wieder beim Skizentrum Bohemaland angelangt. Die ganze Schleife rund um den Querberg ist etwa 12 Kilometer lang und nimmt ohne besondere Eile rund vier Stunden in Anspruch. Die Mühe ist es auf jeden Fall wert. In wenigen Stunden bekommt man so einen Einblick in die jahrhundertelange Geschichte der Deutschen in den Sudeten.

Łukasz Malkusz

Auf nach Zuckmantel – Auf den Spuren deutscher Bergmänner – Teil 1

 

 

 

 

Auf nach Zuckmantel – Auf den Spuren deutscher Bergmänner – Teil 2