CeBIT

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Erstmals in der Geschichte der Internationale Messe für Schlüsseltechnologien und Innovationen im Industriebereich, die in Hannover stattgefunden hat, waren die Vereinigten Staaten ein Partnerland. Unter den Gästen war sogar der US-Präsident Barack Obama, der erstmals in Europa eine Messe eröffnete.

 

Dies ist umso bemerkenswerter, als die niedersächsische Landeshauptstadt ohne diese Veranstaltung vermutlich nie auf dem Reiseplan des amerikanischen Staatsoberhauptes gestanden hätte. Die Idee der Organisatoren, Barack Obama nach Hannover zu holen, ist daher ganz besonders anzuerkennen. Dabei erschien der amerikanische Präsidentenbesuch zunächst allzu optimistisch, ja geradezu vermessen. Nicht Wenige hielten es für eine Schnapsidee, was sich der Hannoveraner Messe-Chef Wolfram von Fritsch da eingefallen hatte lassen.

 

Keine neuen Tradition

 

Nun aber kann sich Wolfram von Fritsch zufrieden zurücklehnen: Sein Plan ist hundertprozentig aufgegangen und Hannover ist durch die Anwesenheit des US-Präsidenten für zwei Tagen in den Fokus der Welt gerückt. Und auch die Messe selbst gewinnt dabei an Profil. Die Sitte, ein Partnerland zur Messe (auch CeBIT) einzuladen, ist übrigens nicht neu. Vor vier Jahren war China der Partner der Internationalen Messe für Schlüsseltechnologien und Innovationen im Industriebereich. Sondergast war damals der frisch gewählte chinesischer Ministerpräsident Wen Jiabao. Ein Jahr später kam die Partnerlandrolle Russland zu. In Hannover war aus diesem Anlass   Präsident Wladimir Putin zu Gast. Letztes Jahr kam die Reihe dann an Indien und einen Besuch von Premierminister Narendra Modi in der Hauptstadt Niederaschsens. Und jetzt kam die Zeit für die USA und Barack Obama. Im Übrigen entstand die Idee, den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu holen, nicht von einem Tag auf den anderen, sondern bereits 2011, verriet Jochen Köckler vom Vorstand der Deutschen Messe AG. Damit sind die Vereinigten Staaten noch interessanter für die Hannover Messe geworden, die sogar ein eigenes Büro in Washington eröffnet hat.

 

Sicherheit wird großgeschrieben

 

Aufgrund des Besuchs des US-Präsidenten galten bei der Messen in Hannover besondere Sicherheitsmaßnahmen. Dieses Jahr sah es dort deshalb etwas anders aus als sonst. Die Ausstellungshallen, die Barack Obama besuchten, waren bereits am Vortag geschlossen. Die meisten Aussteller zeigten jedoch Verständnis, schließlich brachte das Ereignis viel mehr Prominenz aus der Industrie zur Messe zusammen und die Hannover Messe wird nun noch stärker als weltweites Schlüsselereignis der Branche wahrgenommen. Allerdings hat die Aufregung um den Besuch des US-Präsidenten bei der diesjährigen Messe ein wenig von einem wichtigen Thema abgelenkt – Integrated Industry (Industrie 4.0). Hierbei wird koordiniertes Handeln von Menschen und Maschinen angestrebt. Es handelt sich um intelligente Kombinationen von Sensoren, die – teilweise ohne menschliches Dazutun – komplette Produktionsabläufe gestalten.

 

5.200 Aussteller aus 75 Ländern!

 

Bei diesen Technologien sind Deutschland und die USA führend. Die Amerikaner gelten allerdings als Vorreiter bei Informationstechnologien, während deutsche Maschinenbauer als eine Stütze der Industrieproduktion und Automation anerkannt sind. Damit liegt auf der Hand, dass beide Länder miteinander um die in Zukunft geltenden Standards konkurrieren. Dennoch konnten beide Seiten zu Beginn dieses Jahres miteinander einig werden und sich gemeinsame Ziele beim Aufbau einer zuverlässigen Infrastruktur und von Systemen setzen! Die Folge: In Hannover waren zur diesjährigen Internationalen Messe für Schlüsseltechnologien und Innovationen im Industriebereich sage und schreibe 465 US-amerikanische Firmen vertreten. Es ist die bislang größte Anzahl von Unternehmern aus diesem Land, die jemals an einer Messe außerhalb des eigenen Kontinents teilgenommen haben! Insgesamt haben in der niedersächsischen Landeshauptstadt mehr als 5.200 Aussteller aus 75 Ländern ihre technischen Errungenschaften präsentiert! Die Veranstalter haben somit so oder so einen großen Grund zur Freude, zumal die diesjährige Messe ein Riesenerfolg war.

 

Krzysztof Świerc