Auf der Spitze befinden sich Ruinen einer Berghütte und der Hohenzollernwarthe.
Foto: Łukasz Malkusz

Wenn man den gelben Zeichen weiter folgt und langsam absteigt, öffnet sich im Osten ein schönes Panorama der Bischofskoppe.
Foto: Łukasz Malkusz

Der Holzberg ist ein nicht besonders hoher, aber sehr interessanter Hügel bei Ziegenhals. Auf seinen Hängen erwartet uns vor allem ein Einblick in die Geschichte der hiesigen Goldgräber, wir werden aber auch andere Geheimnisse dieser Gegend kennenlernen.

Der Gipfel der Vorderkoppe ist der höchste Punkt unserer Wanderung. 495m ü.d.M. klingt zwar nicht besonders imposant, dafür hinterlässt dieser Ort einen sehr tiefen, wenn auch etwas nostalgischen Eindruck. Auf der Spitze befinden sich Ruinen einer Berghütte und der Hohenzollernwarthe. Beide Gebäude sind Erinnerungen an Zeiten, als der Tourismus in Ziegenhals blühte.

Der Aussichtsturm wurde 1898 vom Promenadenverein erbaut und wurde schnell zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in der Region. Bald entstand daneben ein Café und Restaurant und schließlich 1927 die Berghütte. Nach dem Zweiten Weltkrieg von den Deutschen verlassen, wechselten sie oft die Eigentümer, von denen keiner eine Idee für die Wiederbelebung dieses Ortes hatte. Seit den 90er-Jahren sind sie Privatbesitz und verfallen leider weiter.

Der 22 Meter hohe Turm sieht zwar immer noch stabil aus, wir raten aber ihn auf keinen Fall zu besteigen. Die Steintreppe ist teilweise eingestürzt und der Blick entschädigt nicht für die Gefahren: von Oben sieht man nur die Baumspitzen der Fichten, die inzwischen höher als der Aussichtsturm sind. Ausblicke gibt es von der Vorderkoppe generell kaum und man muss sich in Geduld üben. Wenn man nämlich den gelben Zeichen folgt und langsam absteigt, öffnet sich im Osten ein schönes Panorama der Bischoffskoppe.

Der restliche Weg ist sehr angenehm und führt fast nur noch nach unten. Kurz geht man dabei den blauen Wanderweg mit Kreuzweg entlang, bald biegt man aber nach links ab. Auf diese Weise ist man wieder in der Nähe der mittelalterlichen Goldschächte. Diese sind nun nicht im Tal der Ziegenhalser-Biela gelegen, sondern am Rehbach. Der gelbe Wanderweg führt hier über einen Damm, der auf den ersten Blick nicht sehr imposant ist. Sehr interessant ist aber dafür die Geschichte dieses Baus. Es stellt sich heraus, dass der Damm schon über 700 Jahre alt, und damit wohl die älteste hydrotechnische Konstruktion in Schlesien ist.

Auf dem letzten Teilstück des Spaziergangs muss man aufpassen. Der „Wanderweg der Goldenen Bergmänner” führt am alten Restaurant „Waldesruh” entlang. Dieses ist heute Privateigentum und wurde vor kurzem umzäunt. Um weiter zu kommen, muss man einen Umweg entlang der Zäune machen. Es ist nicht schwer den richtigen Weg zu finden, etwas mehr Konzentration ist aber für ein paar Minuten angebracht.

Auf dem Parkplatz ist man nach einer insgesamt 2,5-Stunden langen Wanderung wieder angelangt. Es ist ein etwa 7 Kilometer langer Spaziergang, mit zusammen nur 270 Meter hohen Anstiegen. Mit etwas Geduld ist diese Strecke praktisch durch jeden zu schaffen und durch die Einblicke in die Geschichte der Deutschen aus Ziegenhals – auch wärmstens zu empfehlen.

Łukasz Malkusz

Bergbau und Kurbetrieb – Auf den Spuren der Ziegenhalser Goldgräber Teil 1