Die höchste Bergkette der Sudeten ist vor allem durch die Schneekoppe bekannt, die täglich tausende Touristen besteigen. In der Nähe gibt es jedoch noch mehrere andere Orte, die einen Ausflug wert sind.

Die erste Etappe unserer Wanderung ist ein sehr steiler Anstieg

Unsere Wanderung beginnen wir diesmal an einem Ort, der eine über 200 Jahre lange Touristentradition hat. Der Grenzbauden Pass ist auf 1040 Metern gelegen, aber relativ einfach zu erreichen. Die Fahrt mit dem Auto aus Schmiedeberg (Kowary), Landeshut (Kamienna Góra) oder Liebau (Lubawka) dauert 20 bis 30 Minuten. Dabei ist jedoch hohe Konzentration angesagt, denn die schmale Straße schlängelt sich auf wenigen Kilometern fast 500 Meter nach oben. Am Pass gibt es relativ gute Parkmöglichkeiten, es sei denn es ist Wochenende oder Sommerferien und man kommt zu spät an.

 

 

Ein Pass mit Tradition

Die erste Berghütte gab es hier bereits 1814, sie gehörten Karl Nagel. Dieser machte in den nächsten Jahren die berühmten Schlittenfahrten nach Schmiedeberg populär. Die Strecke war sieben Kilometer lang und hatte fast 600 Meter Höhenunterschied. Nach Oben wurden die Schlitten durch Pferde gezogen, was etwa zwei Stunden dauerte. Nach unten rutschte man viel schneller – in zirka 15 – 25 Minuten. Ähnliche Strecken entstanden bald im ganzen Riesengebirge. In den Jahren 1905-1907 wurde eine neue Berghütte errichtet, die nach einem Umbau 1975 bis heute funktioniert.
Bei der Berghütte halten wir nach den blauen Zeichen Ausschau. Der Wanderweg wird uns in zwei Etappen nach Oben führen. Die erste ist ein 40-60 Minuten langer Anstieg. Es ist sehr steil, denn auf einem Kilometer klettern wir über 200 Meter nach Oben. Wenn wir aber am Gipfel des Kammsteiges (1266 Meter) ankommen, wird es viel leichter. Bis wir an unser Ziel kommen, sind es weitere 1,5 Kilometer, die legen wir aber in etwa 20 Minuten zurück – dann sind wir auf dem Tafelstein angekommen.

 

Bei gutem Wetter umfasst das Panorama die ganze Gegend um Hirschberg

 

Das Dach von Schmiedeberg

Der 1281 Meter hohe Gipfel war bereits im Mittelalter gut bekannt, als hier Minerale aus der Granitgruppe gefördert wurden. Noch heute sind Spuren von Steinbrüchen sichtbar, die bis ins 18. Jahrhundert funktionierten. Noch bis ins 19. Jahrhundert waren auf den Gipfelfelsen wallonische Zeichen sichtbar, es befand sich hier auch ein Grenzstein zwischen den Gütern der Familie von Schaffgotsch aus Kynast (Chojnik) und der Stadt Schmiedeberg. Bis heute sind jedoch nur die sehr interessanten Felsenformationen selber erhalten vor allem die Rabenberg-Felsen und die Elfköpfchen. Besonders sind auch die Ausblicke vom Tafelstein. Bei gutem Wetter umfasst das Panorama das Riesengebirge mit der Schneekoppe, Schmiedeberg, den Landeshuter Kamm und die ganze Gegend um Hirschberg (Jelenia Góra) bis ins Bober-Katzbach Gebirge.

Weiter führt uns der blaue Wanderweg runter auf den Eulenpass. Dieser bietet weitere Wandermöglichkeiten. Die blauen Zeichen würden uns letztendlich auf die Schneekoppe steigen lassen. Zurück zum Grenzbauden-Pass führt uns der rote Wanderweg. Es ist ein angenehmer Spaziergang ohne bedeutende Anstiege, der etwa eine Stunde dauern sollte.

Text und Fotos: Łukasz Malkusz

Fotobeschreibung:
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I2 – Bei gutem Wetter umfasst das Panorama die ganze Gegend um Hirschberg