Prof. Krzysztof Ruchniewicz
Foto: R.Urban/Wochenblatt.pl

Gestern (17.01.2020) wurde dem Breslauer Historiker und Deutschlandforscher Prof. Krzysztof Ruchniewicz das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. An der Feierlichkeit im Sentassaal der Universität Breslau nahmen neben Familie, Freunden und Kollegen auch Vertreter der deutschen Minderheit teil.

 

Prof. Krzysztof Ruchniewicz (li.) nahm das Verdienstkreuz von Botschafter Rolf NIkel entgegen.
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„Die Entscheidung des Bundespräsidenten ist hochgerechtfertigt, denn Prof. Ruchniewicz hat sich in herausragender Weise für die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen eingesetzt. Er hat auf akademischem Gebiet, aber auch durch seine sehr fundierten Beiträge wirklich Großartiges geleistet und die Menschen in unseren beiden Staaten einander nähergebracht“, sagt der Deutsche Botschafter in Warschau Rolf Nikel.

 

 

Prof. Ruchniewicz ist Gründungsdirektor des Willy-Brandt-Zentrums für Deutschland- und Europastudien und hat als Historiker eine Reihe von Publikationen herausgegeben, wie z.B. über die Reparations- und Entschädigungszahlungen für Polen nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch, wie Botschafter Nikel in seiner Laudatio unterstrichen hatte, ist Krzysztof Ruchniewicz auch als Internetblogger bekannt und veröffentlicht nicht nur Beiträge zur Geschichte, sondern auch aktuellen Problemen. „Ich lese seine Blogs mit sehr großem Interesse, sie sind immer von großer Sachkenntnis und prägnanter Formulierung gekennzeichnet. Es ist ja immer so eine Sache, ob Texte so formuliert sind, dass Praktiker etwas damit anfangen können. Bei Prof. Ruchniewicz ist es so, was ich als Praktiker bestätigen kann“, sagt Rolf Nikel.

 

 

Für Krzysztof Ruchniewicz ist das Verdientskreuz eine große Anerkennung, aber auch ein Ansporn zur weiteren Arbeit: „Es ist Genugtuung und Freude, aber auf der anderen Seite auch das Bewusstsein, dass ich in Schuld bin und verpflichtet worden bin nicht aufzuhören, sondern diesen Weg noch zu vertiefen“, sagt Prof. Krzysztof Ruchniewicz.

 

 

An der Verleihungszeremonie nahm auch der Vorsistzende des Verbandes deutscher Gesellschaften Bernard Gaida teil. Dies ist auch für den Bundesverdienstkreuzträger wichtig, denn Ruchniewicz bindet in seine Arbeit zu Deutschland und den deutsch-polnischen Beziehungen auch die deutsche Minderheit ein. „Ich freue mich, dass an diesem Tag viele Freunde, Bekannte und Weggefährte teilgenommen haben. Ich freue mich auch über die Teilnahme der Deutschen Minderheit, weil auch immer Versuche die Minderheit nicht nur in unsere Veranstaltungen im Willy-Brandt-Zentrum miteinzubeziehen, sondern über die Geschichte dieser Gruppe zu forschen. Ich freue mich gleichzeitig, dass auch Vertreter der Polonia dabeigewesen sind. So kann man die deutsch-polnischen Fragen ausweiten und die Nationalitätenfragen stärker berücksichtigen“, sagt Prof. Ruchniewicz.

 

 

Rudolf Urban

Mehr zu Prof. Krzysztof Ruchniewicz erfahren Sie in seinem Blog.