Unsere Wanderung durch den Westteil des Altvatergebirges haben wir in Ramsau (Ramzova) begonnen und haben von dort aus die Riesenfelsen bestiegen. Diese Woche geht es weiter, in die Richtung weiterer sehr interessanter Bergspitzen.

 

Die Spitze vom Kepernik ist ein ausgezeichneter Aussichtspunkt
Foto: Łukasz Malkusz

 

 

An dem Riesenfelsen ausgeruht, können wir uns auf den weiteren Weg machen. Unser nächstes Ziel ist der Gipfel des Hochschars, der etwa 300 Meter höher liegt, als die Riesenfelsen. Dorthin wird uns die blaue Wanderroute führen. Es ist eigentlich keine 1,5 Kilometer weit, dieses kurze Stück nimmt aber zwischen 40 Minuten und einer Stunde in Anspruch und ist das mit Abstand steilste während des ganzen Ausflugs. Belohnt wird man aber schon vor dem Ziel, denn von der Strecke aus erstrecken sich wunderschöne Ausblicke in die Täler des Altvatergebirges. Kurz vor der Spitze gelangt man dann zum Georgschutzhaus.

 

 

Ein Stück deutscher Tourismusgeschichte

 

Die Berghütte wurde 1881 vom Mährisch-Schlesischen Sudetengebirgsverein gebaut und vom Breslauer Bischof Kardinal Georg Kopp eingeweiht. Bis 1945 bot sie vor allem für die deutschen Touristen einen Zufluchtsort. Nach einer bis zu drei Stunden langen Wanderung aus Ramsau ist sie auch heute, auf 1310 Metern gelegen, ein idealer Platz, um neue Kraft zu tanken. Wer sich nicht mit dem sehr schweren Weg zum Georgschutzhaus messen will, hat auch eine Alternative. Bis nach oben kann man mit dem Skilift aus Ramsau kommen. Wer sich also seiner Kondition nicht sicher ist und seine Höhenangst überwindet, kann auf diese Weise auch den Gipfel besuchen, und von hier aus seine Wanderung beginnen.

 

Das Georgschutzhaus dient seit 1881 Wanderern im Altvatergebirge.
Foto: Łukasz Malkusz

 

Aufs Dach der Ostsudeten

 

Nur einen etwa 45 Minuten langen Spaziergang vom Hochschar liegt der Gipfel des Keperniks entfernt. Nach oben führt uns der rote Wanderweg. Mit 1423 Metern ist diese Spitze nicht viel höher als der Hochschar, man betritt aber eine ganz andere Welt. Auf etwa 1400 Metern verlassen wir die Wälder, die uns von Ramsau begleitet haben, und kommen auf dem Dach der Sudeten an. Der Gipfel ist mit Wiesen und Felsen bedeckt und man beginnt die Höhe zu spüren, auf eine Weise wie nur an wenigen Orten in Schlesien – wie auf dem Altvater, dem Glatzer Schneeberg oder im Riesengebirge. Trotzdem ist der Anstieg nicht schwer. Wer bis aus Ramsau hochgeklettert ist, wird sich jetzt schon ausruhen, und wer mit dem Skilift hochgefahren ist, sollte sowieso genügend Kraft für das Teilstück haben. Die Spitze selber befindet sich auf einem großen Felsen und bietet wunderschöne Ausblicke auf die Spitzen des Altvatergebirges, des Reichensteiner Gebirges und den Schneeberg.

Zurück nach Ramsau kommt man am besten mit dem roten Wanderweg, zuerst zurück zum Hochschar, und dann nach unten. Dieser Weg wurde auch Pferdetreppe genannt, denn vor dem Zweiten Weltkrieg wurden hier entlang Vorräte in die Berghütte gebracht. Der Rückweg vom Kepernik sollte mit mäßigen Tempo etwa zweieinhalb Stunden in Anspruch nehmen.

 

 

Łukasz Malkusz