Foto: Kulturzentrum (MOKiS) in Peiskretscham

Zur Erinnerung an die zwei verlustreichsten Schlachten des Ersten Weltkrieges wurde im Rathaus von Peiskretscham (Pyskowice) eine Ausstellung zu diesem Thema eröffnet. Neben zahlreichen Originaldokumenten, konnten die Organisatoren der Ausstellung ein anschauliches Bildmaterial zusammentragen und einige Einzelschicksale von damaligen Bewohner nvon Peiskretscham aufzeigen.

 

Die Schlacht von Verdun ging in die Geschichte als eine der bedeutendste Schlachten des Ersten Weltkrieges ein. Sie begann am 21. Februar 1916 mit einem Angriff deutscher Truppen auf die Stadt Verdun und ihre Befestigungen im Nordosten Frankreichs und endete am 19. Dezember 1916 ohne eine wesentliche Verschiebung des Frontverlaufs. Die Schlacht markiert einen Höhepunkt der großen „Materialschlachten“ des Ersten Weltkrieges und gilt als deutsch-französisches Symbol für die tragische Ergebnislosigkeit des Stellungskriegs. Die Gesamtverluste auf beiden Seiten werden auf etwa 800.000 Soldaten geschätzt. Übertroffen wird diese Zahl von den Verlustangaben der Schlacht an der Somme, die am 1. Juli 1916 im Rahmen einer britisch-französischen Großoffensive gegen die deutschen Stellungen begann und mit geschätzten 1,2 Million getöteten, verwundeten und vermissten Soldaten endete.

 

„Mit dieser Ausstellung möchten wir an die beiden größten Schlachten des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren erinnern, an der auch mehrere Zahntausend Soldaten aus Schlesien teilnahmen, darunter auch Bewohner der Stadt Peiskretscham. Mit Hilfe meines Kollegen Norbert Kozioł können wir einige Originaldokumente zeigen wie Uniformen, Ausrüstungselemente, Abzeichen oder auch Urkunden und Erinnerungsfotos“, erläutert der Lokalhistoriker und Kurator der Ausstellung Roland Skubała.

 

„Eine Erinnerungstafel aus dem Jahre 1923 gibt die Zahl der gefallenen Soldaten, die aus Peiskretscham stammen mit 150 an – einige von ihnen fielen in diesen Schlachten und wurden in Frankreich bzw. Belgien beigesetzt. Mein Großvater Alois Koziol nahm an diesen beiden Schlachten teil. Er meldete sich wie viele andere als Freiwilliger und war sich sicher, dass er bis Weihnachten 1914 wieder zurückkehren wird. Die mörderische Schlacht bei Verdun löste bei ihm ein Trauma aus – er meldete sich als Sanitäter und kehrte erst im Mai 1919 zurück“, so der Hobbyhistoriker Norbert Kozioł.

 

Die Ausstellung in Peiskretscham ist die einzige dieser Art in Polen und dauert noch bis zum 30. März besichtigt werden.

 

Johannes Rasim