Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Monday, November 29, 2021

Das wird ein schwieriges und teures Weihnachten

Drei Viertel der deutschen Geschäfte sindinzwischen von verspäteten Lieferungen betroffen. Ein weiteres Problem sind die steigenden Preise: Die Inflation im Großhandel ist die höchste seit 47 Jahren! Darüber hinaus klagten im September rund 74 Prozent der deutschen Einzelhändler über Lieferprobleme, so das Forschungsinstitut Ifo.

Nach Ansicht von Ifo-Analysten werden die Probleme wahrscheinlich nicht vor Weihnachten enden. „Weihnachtsgeschenke kommen möglicherweise nicht rechtzeitig an, und wenn doch, ist es nicht ausgeschlossen, dass sie sehr teuer werden“, heißt es in der Ifo-Analyse. Am schlimmsten sieht es bei den Fahrradgeschäften aus: Alle vom Ifo befragten Fahrradgeschäfte klagten über Verspätungen –also 100 Prozent!

 

D.Fahrradgeschäfte leiden am meisten
Foto: www.caramello-bike.pl

Gigantische Verzögerungen
Bei den Baumärkten klagen 98 Prozent der Betriebe über Rückstände, bei den Möbelgeschäften sind es 94 Prozent. Die Lage in der Elektronikindustrie ist ebenfalls sehr ernst. Die Corona-Pandemie hat eine enorme Nachfrage nach Computern, Tablets, Smartphones und Konsolen ausgelöst. Infolgedessen sind mehr als 97 Prozent der deutschen Einzelhändler, die diese Artikel verkaufen, von Verzögerungen betroffen.Ungleich besser ist die Situation bei Geschäften, die Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs verkaufen: Lieferverzögerungen sind für rund 47 Prozent von ihnen ein Problem. Sind die Weihnachtslieferungen in Deutschland also wirklich arg bedroht? Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) versucht, die Kunden zu beruhigen: Die Lieferungen in diesem Jahr seien nicht gefährdet und niemand müsse sich Sorgen machen, wie unter anderem HDE-Sprecher Stefan Hertel behauptete.

Höchste Inflation seit 47 Jahren
Doch selbst wenn die Waren rechtzeitig in den Geschäften eintreffen, werden sie sicherlich nicht billig sein. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Großhandelspreise im September dieses Jahres um 13,2 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Jahres 2020. Eine derart hohe Inflation im deutschen Großhandel hat es seit 1974 nicht mehr gegeben, als die Welt mit einer großen Ölkrise zu kämpfen hatte. Damals erreichte die monatliche Inflation im Großhandel 13,3 Prozent. Im Gegensatz dazu erreichte die Inflation in der deutschen Wirtschaft insgesamt im September dieses Jahres 4,1 Prozent und damit den höchsten Stand seit 1993. Was ist der Grund für diesen dynamischen Preisanstieg?

Einerseits verweisen Experten auf die Tatsache, dass im Pandemiejahr 2020 die Preise für die meisten Artikel stark gesunken sind und sich die Wirtschaft nun erholt, sodass die Preise rasch wieder ansteigen. Hinzu kommt, dass die Preise für Rohstoffe und bestimmte Komponenten, insbesondere elektronische Bauteile, weltweit steigen. Auch die logistischen Probleme wirken sich nicht positiv auf die Preise aus. Es zeigt sich nämlich, dass die Lieferungen, insbesondere aus Asien, in der Regel verspätet eintreffen, sodass viele Produkte nicht rechtzeitig in den Regalen der Geschäfte zu finden sind. Die Einzelhändler erhöhen daher die Preise für Artikel, die sie bereits auf Lager haben.

Johann Engel

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