Von Oben sieht man Kraftwerk auf der Langen Lenth (Dlouhe strane), wo 1978 die Bergspitze eingeebnet worden ist und auf 1353 Metern ein Stausee entstand.
Foto: Łukasz Malkusz

Der Peterstein und der Altvater mit charakteristischen Fernsehturm.
Foto: Łukasz Malkusz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Altvater kann man aus mehreren Richtungen besteigen. Mit dem Auto kommt man bis zum Berghotel Ovcarna und vom Roten Bergpass (Cervonohorske sedlo) führt eine Wanderroute vorbei an der Berghütte Svycarna. Eindeutig der schönste Weg ist jedoch der durch das Tal der Weißen Oppa aus Bad Karlsbrunn (Karlova Studanka), der uns zunächst bis zur Beghütte Barborka führt. Von da beginnt der kürzeste Weg auf den Gipfel.

 

 

Wenn man die Berghütte verlässt, ist die richtige Richtung eigentlich nur bei dichtem Nebel zu verwechseln. Rechst sieht man nämlich gleich die charakteristische Spitze des Altvaters. Es scheint, dass es nicht weit ist und man den Gipfel in wenigen Minuten erreichen könnte. Aber der Schein trügt. Es sind noch fast 200 Meter Höhenunterschied und man muss den Gipfel mit einer Asphaltstraße umkreisen, was je nach Kondition des Wanderers zwischen 30 Minuten und sogar einer Stunde in Anspruch nimmt. Die nicht zu steilen Hänge verlocken den Weg zu verkürzen, wir sind aber in einem Naturreservat und das Verlassen der Wanderwege ist streng verboten. Man muss sich gedulden und langsam an Metern gewinnen.

 

Höher gehts in Mähren nirgendwo

Wenn man dann endlich oben ist, ist die Aussicht atemberaubend. Man ist auf 1491 Metern, am höchsten Punkt Obeschlesiens und Mährens (durch den Gipfel verläuft die Grenze zwischen den beiden Regionen). In den Sudeten und ganz Schlesien sind nur vier Bergspitzen des Riesengebirges höher und im Umkreis von 128 Kilometern ist kein höher gelegener Ort zu finden. Um das volle Panorama zu genießen, muss man unbedingt die Aussichtsgalerie besuchen. Ursprünglich stand auf dem Gipfel der vom Mährisch-Schlesischen Sudetengebirgsverein im Jahre 1912 errichtete Habsburgturm (später Altvaterturm genannt). Durch Konstruktionsfehler und mangelnden Bauschutz ist der Turm 1959 eingestürzt. Eine Kopie des Habsburg/Altvaterturms wurde 2004 auf dem Wetzstein (792,7 Meter) im Frankenwald Wald (Brennersgrün/Lehesten) erbaut.

 

Fantastische Ausblicke rundherum

1980 wurde der heutige, 145-Meter hohe Fernsehturm fertiggestellt. Auf 70 Metern befindet sich eine Aussichtsgalerie, zu der man mit Hilfe eines Lifts in 28 Sekunden gelangt. Bei gutem Wetter kann man von hier hunderte Kilometer weit in alle Richtungen blicken. Problemlos sieht man die Gipfel des Altvatergebirges mit dem charakteristischen Peterstein (Petrovy Kameny) und dem Kraftwerk auf der Langen Lenth (Dlouhe strane), wo 1978 die Bergspitze eingeebnet worden ist und auf 1353 Metern ein Stausee entstand. Im Norden ist das Oppagebirge mit der Bischoffskoppe sichtbar, außerdem kann man weit nach Schlesien hineinblicken. Im Westen scheint der Glatzer Schneeberg (Śnieżnik) nicht weit zu sein und hinter seinem Massiv erstreckt sich unter anderem das Riesengebirge. Im Osten blickt man übers Mährische Hochland in die Beskiden hinein, oft ist auch die Hohe Tatra zu sehen. Es gibt auch Berichte, wonach an kalten Wintertagen die Spitzen der Alpen sichtbar gewesen sein sollen. Beweise in Form von Fotos gibt es aber davon bis heute leider nicht.

 

Łukasz Malkusz

 

Lesen Sie auch diese Wanderbeschreibung:

Bad Karlsbrunn: Vom Bergmanns- zum Kurort