Im Rahmen ihrer Tätigkeit bekommt der DFK Sohrau etwa aus Raszowice besuch.

Noch bis vor kurzem teilte der DFK Sohrau (Żory) das Schicksal der meisten deutschen Verbände, die in schlesischen Großstädten wirken. Die Tätigkeit wartete auf eine Belebung und der DFK ging fast gar nicht an die Öffentlichkeit. Nun gibt es frischen Wind, den eine neue Vorsitzende hereinbringt.

 

Beispiele aktiver DFKs gibt es in der Woiwodschaft Schlesien einige, doch was in kleinen Ortschaften wie Tworkau gut gelingt, ist in den Großstädten schwerer umzusetzen. In diese Größenordnung reiht sich Sohrau ein, dass mit über 60.000 Einwohnern größer als zum Beispiel Ratibor ist. Eine relativ weite Entfernung von dem dortigen Bezirksbüro machte es für den Vorstand in Sohrau in den letzten Jahren nicht einfacher, eine aktive Tätigkeit zu führen. In der Öffentlichkeit war er fast gar nicht präsent.

 

Generationswechsel mit Folgen

 

Dies änderte sich 2015 als das Steuer im DFK eine neue, junge Vorsitzende übernahm. Als Jolanta Cwalina den bisherigen Vorsitzenden Josef Krause ablöste, bedeutete dies einen wahren Generationswechsel, schließlich saß Krause seit der Registrierung der Ortsgruppe 1992 am Steuer. Gleich nach der Übernahme der Funktion, begann Cwalina die Aufgabe den DFK grundlegend zu verändern, vor allem in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Der Verband begann eine Facebook-Seite zu betreiben, wechselte zwischenzeitlich auch den Sitz. Gefragt nach der Struktur der Mitglieder seit der Zeit ihrer Führung, ist sich die Vorsitzende des Potenzials aus dem sie schöpfen muss natürlich bewusst: „Klar ist es, dass es hauptsächlich ältere Personen sind, aber was sicherlich ein Erfolg ist, ist die Tatsache, dass wir die Mitgliederzahl ständig vergrößern, von Jahr zu Jahr kommen neue Mitglieder hinzu“, sagt Cwalina. Wie sie unterstreicht, sehen sowie ihre bisherigen Mitlieder eine klare Tendenz bei den neuen DFK-Mitglieder. Es handelt sich um Menschen, die aus Deutschland zurückkehren, um sich ein Leben in Schlesien neu aufzubauen. Viele von ihnen werden von deutschen Unternehmen engagiert, von denen es – laut der Vorsitzenden – „immer mehr in der Region gibt“.

 

Deutschkurse ziehen an

 

Diesen Faden versucht Jolanta Cwalina auch mit der Tätigkeit des DFK zu verbinden und hat dabei einen eigenen „Verkaufsschlager“ für die Attraktivität des Verbandes gefunden. Der Schlüssel für die wachsende Beliebtheit des DFK seien die Deutschkurse, durch die man neue Mitglieder gewann und die nach Cwalina „immer populärer werden“: „Menschen wollen Deutsch lernen und dabei sollte die Deutsche Minderheit eine wichtige Rolle spielen. Ich glaube, die Menschen verstehen immer mehr, dass Deutsch zu eine Sprache der Wirtschaft in Schlesien geworden ist und dass Englisch mittlerweile zu wenig ist“, so die Vorsitzende.

 

Außer Deutschkursen bietet der DFK Sohrau aber auch Jugendprojekte an, wie zum Beispiel das sehr beliebte Bowlingturnier. Dazu lädt man auch die Mitglieder des DFK Orzesze ein, mit dem die Mitglieder aus Sohrau eine immer stärkere Partnerschaft pflegen. Geschafft hat man ebenfalls einen Samstagskurs zu eröffnen, was auch Kinderaktivität in den DFK bringt.

 

Auf neue Initiativen des DFK kann man schon jetzt gespannt sein.

 

Łukasz Biły