Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, September 18, 2021

Deutsche Oberschlesier verhelfen Rotarmisten zu ewiger Ruhe

Auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof in Kandrzin (Kędzierzyn) fand am Sonnabend (04.09.) eine feierliche Beisetzung exhumierter Überreste von Rotarmisten statt. Die Exhumierung führte die oberschlesische Stiftung „Silesia“ durch.

„Ihr werdet nichts mitnehmen, wenn ihr geht, kein Auto, keine Reichtümer. Was bleibt sind eure Taten“, sagte Andrzej Latussek, Vorsitzender der Stiftung „Silesia“ am Tag der Beisetzung von 48 Rotarmisten auf dem sowjetischen Friedhof in Kandrzin. Die Stiftung will einfachen Soldaten, die der Tod ereilte, eine würdige Ruhestätte geben, so Latussek. Er betonte, dass der Großteil der Stiftungsmitglieder deutschstämmig sei und deren Großväter gegen sowjetische Soldaten gekämpft hätten. Dieser Ort sei für ihn einer der geeignetsten für wahre Versöhnung.

 

48 Gefallene Rotarmisten bekommen in Kandrzin eine letzte Ruhestätte.
Foto: Klaudia Kandzia

 

Auch der Zelebrant des orthodoxen Gottesdienstes, Erzpriester Stanisław Strach, äußerte Anerkennung für den Versöhnungsmoment an den Gräbern der Gefallenen. Strach ist Pfarrer der Polnisch-Orthodoxen Kirche in Kandrzin. Er hielt den Gottesdienst in Russisch, Ukrainisch und Polnisch, verlas jedoch auch einen Teil der Liturgie in deutscher Sprache, weil an der Feierlichkeit auch zwei deutsche Kriegsveteranen teilnahmen. Ebenso anwesend waren der stellvertretende Botschafter Weißrusslands in Polen, Aleksander Czesnowski, der russische Generalkonsul Ivan Kosanogov sowie Vertreter von Kombattantenorganisationen. Sie alle sprachen von der Wichtigkeit des Helden-Gedenkens und das Erinnern an diejenigen, die für die Freiheit Europas kämpften.

 

Die Stiftung „Silesia“ kümmert sich um unbekannte Soldaten und gibt ihnen eine würdige Ruhestätte.
Foto: KLaudia Kandzia

 

Roland Dubowski, Vorsitzender des Verbandes der Erben Polnischer Kombattanten des Zweiten Weltkrieges, mahnte vor einer Politik des Verdrängens und der Geschichtsumschreibung. „In unserem Vaterland wird derzeit eine Politik der Zerstrittenheit mit unseren Nachbarn geführt. Diplomatie scheint ungesund zu sein“, sagte der Warschauer.

 

Die Beisetzung der Überreste sowjetischer Soldaten in Kandrzin war die erste seit 1953.  Die Überreste der Rotarmisten wurden in Langlieben (Długomiłowice) bei Cosel (Koźle) und in Bielau (Biała Nyska) gefunden.

Klaudia Kandzia

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