Deutsche Unternehmer mögen das Risiko und die Wirtschaft und Wissenschaft entwickeln patentwürdige Innovationen. Die Folge: Nach dem neuesten Weltbericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) ist Deutschland nicht zu schlagen, wenn es um Wettbewerbsfähigkeit geht, und liegt auf Platz eins vor den USA!

Deutschland hat sich u.a. hinsichtlich der allgemeinen Stabilität bei den Kriterien „Inflation” und „Verschuldungsdynamik” als Primus erwiesen.
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Besonders gut hat die Bundesrepublik Deutschland bei den makroökonomischen Parametern abgeschnitten. Auch bei der allgemeinen Stabilität in diesem Bereich sowie bei den Kriterien „Inflation” und „Verschuldungsdynamik” hat sie sich als Primus erwiesen. Deutschland ist zudem ein Vorbild in Sachen Elektrifizierungsrate, welche laut dem WEF 100 Prozent beträgt. Entscheidend für den ersten Platz waren auch unter anderem die Anzahl der Patente, wissenschaftliche Publikationen sowie die Zufriedenheit von Kunden mit deutschen Produkten. Dies wiederum feuert die Unternehmen zu ständigen Verbesserungen und Weiterentwicklungen an.

 

„Technologien können Wunder wirken”

Allerdings ist das Innovationspotenzial nur einer von zwölf Eckpfeilern, anhand derer das WEF die Wettbewerbsstärke eines Landes bewertet. Weitere sind z.B. die Stärke des Finanzsystems, Infrastruktur, Bildungswesen und Gesundheitsfürsorge. Bei der Gesamtbewertung aller Eckpfeiler rangiert Deutschland auf Platz drei hinter den USA und Singapur, aber es klettert systematisch nach oben, nachdem man noch letztes Jahr Fünfter war. Diese Rankings sind jedoch, so das WEF, nicht ohne Weiteres miteinander vergleichbar, denn dieses Mal seien völlig neue Bewertungsmetoden angewendet worden. Im Übrigen sind die Bereiche Digitalisierung und technischer Wandel ein Steckenpferd des WEF, welches vor allem für exklusive Jahreskonferenzen mit Unternehmern und Politikern im schweizerischen Davos bekannt ist. Im aktuellen Bericht findet sich allerdings auch eine Warnung: „Technologien können zwar Wunder wirken, aber man darf damit nicht beispielsweise ein schlechtes Regieren, Korruption oder ein schlecht funktionierendes Bildungssystem verschleiern.“

 

Besorgniserregende Trends

Insgesamt rangieren im neuesten WEF-Index nach den Vereinigten Staaten von Amerika, wo vor allem Unternehmenskultur, Arbeitsmarkt und Finanzsystem eine positive Rolle gespielt haben, nacheinander Singapur und Deutschland, gefolgt von der Schweiz, Japan, den Niederlanden, Hongkong, Großbritannien, Schweden und Dänemark. China mit seiner aufstrebenden Wirtschaft belegt derzeit übrigens den 28. Platz unter den 140 vom WEF analysierten Ländern. Zu den Schlusslichtern gehören Haiti, Jemen und Tschad. Aus dem WEF-Index lassen sich allerdings nicht die Folgen der jüngsten Handelsstreitigkeiten, des zunehmenden Populismus und der Fokussierung auf Handelsinteressen ablesen, sagte Saadia Zahidi, Mitverfasserin des neuesten Weltberichts des Weltwirtschaftsforums. Saadia Zahidi verweist zudem auf besorgniserregende Trends und zählt hierzu den Zusammenbruch der sozialen Struktur in einigen Ländern, Angriffe auf die Pressefreiheit und Rückschritte in der Gesundheitsfürsorge.

 

Krzysztof Świerc