Heute steht hier ein Feldaltar und eine Kapelle, wo regelmäβig Gottesdienste abgehalten werden.
Foto: Łukasz Malkusz

Nach zirka 20 Minuten kommt man an den Überresten einer 1931 gebauten Skisprungschanze vorbei.
Foto: Łukasz Malkusz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der höchste Berg der Woiwodschaft Oppeln ist zugleich wohl der bekannteste Gipfel des Oppagebirges (Zuckmanteler Bergland). Mit Sicherheit ist es auch der erste in unserer Serie, der von vielen Mitgliedern der deutschen Minderheit in Polen bereits bestiegen wurde. Trotzdem verbirgt die Bischoffskoppe vor uns noch so manche Geheimnisse.

 

 

Diesmal beginnt die Wanderung in Arnoldsdorf (Jarnołtówek) auf dem Parkplatz im Tal des Seifengrabens. Dieser ist nicht schwer zu finden und befindet sich etwa 100 Meter von der Mündung des Seifengrabens in den Goldbach. Am Parkplatz beginnt der grüne Wanderweg, der uns fast zum Gipfel führen wird. Die ersten Kilometer des Spaziergangs führen am Seifengraben entlang, einem ziemlich unauffälligen Bach, der aber Zeuge interessanter Ereignisse war. Jahrhundertelang war er nämlich die Grenze zwischen dem Fürstentum Neisse, das den Breslauer Bischöfen gehörte, und dem Fürstentum Oppeln.

 

Vom Gasthaus zum Altar

Schon nach einigen Minuten sieht man rechts eine kleine Wiese. Im Jahr 1809 wurde dort ein bekanntes Gasthaus gebaut und am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sogar versucht, hier eine Kuranstalt einzurichten. Das Gebäude wurde jedoch nach 1945 abgerissen. Heute steht hier ein Feldaltar und eine Kapelle, wo regelmäβig Gottesdienste abgehalten werden. Weiter sieht man rechts Eingänge von mittelalterlichen Bergwerksschächten. Das ganze Tal war vor Jahrhunderten ein Goldfördergebiet und nach dem Zweiten Weltkrieg suchte man hier erfolglos nach Uran. Die Schächte sind heute mit Stahlstäben zugeriegelt und werden von seltenen Fledermausarten bewohnt.

 

Erbe mehrerer Nationen

Die imposantesten Spuren haben die Steinbrüche des 19. und 20. Jahrhunderts hinterlassen. Die interessantesten davon, die Gwarkowa Perć, sieht man kurz rechts. Die ganze Umgebung ist ein Erbe mehrerer Nationen, denn sie wurde nicht nur, wie so oft in Schlesien, von Deutschen, Polen und Tschechen gestaltet. Die ersten Bergarbeiter, die hier ankamen, waren wohl Wallonen. Nach zirka 20 Minuten kommt man an den Überresten einer 1931 gebauten Skisprungschanze vorbei. Diese wurde wiederum von einem Norweger entworfen, der in Neustadt (Prudnik) lebte.

Nach etwa 45 Minuten endet dann der bequeme Spaziergang. Man hat gut über 3 Kilometer, also die Hälfte der Distanz hinter sich, es wird aber deutlich schwerer. Vom Parkplatz bis zum Gipfel sind es doch über 550 Höhenmeter Unterschied und die muss man endlich bewältigen. Die grünen Zeichen führen in einem Halbkreis um das Tal des Seifengrabens und führen plötzlich zusammen mit den gelben Zeichen nach oben. Das ist für jeden Wanderer das Zeichen, dass der letzte Anstieg vor der Berghütte bevorsteht. Dieser hat es in sich und kann bis zu einer halben Stunde dauern.

Wer ihn endlich bezwingt, hat sich eine längere Pause verdient. Am Ende des Anstieges befindet sich eine Holztreppe, von der man schon die ersten Aussichten Richtung Neustadt hat. Diese sind aber nur eine bescheidene Vorschau – denn es folgt der interessanteste Teil der Strecke und davon berichten wir in einer Woche.

Łukasz Malkusz