Das Gebäude wurde 1920 errichtet und 1926-1927 ausgebaut.
Foto: Łukasz Malkusz

Auf 18 Metern Höhe befindet ssich eine Aussichtsplattform, von der man eine Atemberaubende Panorama bewundern kann.
Foto: Łukasz Malkusz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer die Bischoffskoppe mit der grünen Wanderroute besteigt, gelangt nach etwa zwei Stunden an die Berghütte. Zum Gipfel ist es jetzt nur noch ein kurzer Weg, dafür einer, der nicht nur durch den steilen Anstieg, sondern auch durch die Aussichten den Atem raubt.

 

 

Die Berghütte befindet sich auf ca. 760 Metern, etwa 130 unter der Bergspitze. Das Gebäude wurde 1920 errichtet und 1926-1927 ausgebaut. Initiator des Hüttenbaus und -ausbaus war Julius Adler, Sekretär des Mährisch-Schlesischen Gebirgsvereins (MSGV) aus Neustadt (Prudnik). Der Bau war ein direktes Resultat des Ersten Weltkriegs. Bis 1918 wurde die Herberge Rudolsheim gerne von Touristen aus ganz Schlesien besucht, die Staatsgrenze auf den Hängen der Bischoffskoppe war eine Grenze zwischen dem befreundeten Deutschen Kaiserreich und Österreich-Ungarn. Ab 1919 grenzten hier die Tschechoslowakei und die Weimarer Republik aneinander, deren Beziehungen oft sehr angespannt waren. Rudolfsheim war hinter der tschechischen Grenze und die Prager Behörden machten es den deutschen Touristen schwer. Deshalb wurde am Nordhang eine deutsche Berghütte gebaut, die bis heute steht.

 

Weitere Berghütten

Diese war jedoch nur eine von vielen Herbergen in dieser Gegend. Im Teil des Oppagebirges, der heute innerhalb der Staatsgrenzen Polens liegt, funktionierten bis 1945 mindestens sechs davon. Die meisten wurden noch vor 1918 gebaut, als es noch möglich war die Grenze frei zu überqueren, funktionierten aber bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs problemlos. Das kommunistische Regime überdauerte aber leider nur das genannte, 1920 gebaute Gebäude.

Der Weg zum Gipfel ist von hier ziemlich steil. Trotzdem ist man, wenn man den roten Zeichen folgt, in spätestens 25 Minuten oben. Die Spitze der Bischoffskoppe war noch vor zwei Jahren mit dichtem Wald bewachsen und bot nur wenige Aussichtsmöglichkeiten. Seit 2016 wurden hier tausende Bäume abgeholzt, so dass man jetzt schon auf dem Weg anhalten und sich den südlichen Teil der Oppelner Woiwodschaft ansehen kann. Den besten Ausblick hat man jedoch vom Aussichtsturm.

 

Der Aussichtsturm

Dieser wurde 1898 vom MSGV erbaut, anstelle eines hölzernen aus dem Jahre 1890. 1945 beschädigt und verlassen, wurde er vor 19 Jahren zum 100-Jubiläum renoviert. Damals erhielt er auch seine deutschsprachige Aufschrift „Kaiser-Franz-Josefs-Warte“ wieder. Auf 18 Metern Höhe befindet sich eine Aussichtsplattform, von der man ein atemberaubendes Panorama bewundern kann. Nach Tschechien kann man zwar nicht weit hineinblicken, denn das Altvatergebirge versperrt die Sicht, die fast 1500 Meter hohe Gebirgskette selber mit dem majestätischen Altvater ist dafür selber ein sehenswerter Anblick. In Polen kann man unter anderem Neisse (Nysa), den Annaberg, Neustadt, Kandrzin-Cosel (Kędzierzyn-Koźle), die Kraftwerke Oppeln und Rybnik, und bei gutem Wetter sogar die Beskiden oder das Tatragebirge sehen. Der Turm befindet sich hart an der polnisch-tschechischen Grenze, jedoch bereits auf tschechischem Gebiet.

Ein Besuch auf der Bischoffskoppe ist also nicht nur ein Treffen mit der Natur, sondern auch mit der Geschichte. Wenn man den grünen und dann den roten Wanderweg auf die Spitze folgt, sieht man Anzeichen von sieben Jahrhunderten deutscher Anwesenheit im Oppagebirge.

Łukasz Malkusz

 

Den 1. Teil über die Bischoffskoppe finden Sie hier:

Die Bischoffskoppe (Teil I)