Der Opernsänger und Chorleiter Oskar Koziołek-Goetz traf sich in den letzen Monaten mit 20 Chören und Gesangsgruppen der Deutschen Minderheit, um einen Gesangsworkshop durchzuführen. Um ein Resümee bat den Opernsänger Manuela Leibig.

 

Oskar Koziołek-Goetz
Foto: M. Leibig

 

 

Herr Koziolek-Goetz, wie ist es überhaupt gekommen, dass Sie diese Workshops mit den Chören leiten, wer war der Ideengeber?

Seit vielen Jahren schon leite ich den Chor Glogovia aus Oberglogau und schon ein paar Mal waren wir auch bei dem Festival der Chöre und Gesangsgruppen der Deutschen Minderheit in Walzen. Und da hatte ich schon ein bisschen den Überblick über das ganze Ambiente von den Chören und Gesangsgruppen der Deutschen Minderheit. Da ist mir irgendwie von alleine diese Idee gekommen, vielleicht könnte man so einen Workshop anbieten.

 

 

Sie haben jeden der 20 Chöre besucht und einen Workshop durchgeführt. Ist diese Form gang und gäbe?

Normalerweise findet ein Workshop dann statt, wenn viele Chöre auf einmal irgendwo zusammentreffen und dann einen Tag oder zwei Tage lang zusammen arbeiten und proben. Die Idee hier war ein bisschen anders, ich habe mir das so ausgedacht, dass ich jeden interessierten Chor oder Gesangsgruppe besuchen werde. Es wird sicherlich mehr bringen mit einer Gruppe konzentriert zu arbeiten, da kann man mehr ins Detail gehen. Von der praktischen Seite dachte ich mir, dass es bequemer wird, die Chormitglieder vor Ort, in ihrem vertrautem Milieu zu treffen, an ihrem normalen Probetag und Ort. Die Sänger müssen keine Anfahrt organisieren, sie kommen einfach zu ihrer normalen Probe, ohne große Umstände. Für mich war es dafür um so spannender durch unsere Region zu fahren.

 

 

Nach 20 abgeschlossenen Workshops, wie beurteilen sie die Chöre?

Die Bewertung würde ich ganz hoch ansetzen. Es gibt natürlich verschiedene Faktoren, die Gruppen sind ganz unterschiedlich. Aber was ich am meisten schätze ist der Wille und die Motivation, die alle Sänger haben. Auch diese Lust am Singen und am Treffen miteinander ist bei all den Chören und Gesangsgruppen vorhanden, und das ist das Schöne und Wichtige dabei. Gesang ist ein toller Grund um sich zu treffen.

 

 

Gibt es vielleicht Hinweise, die sie fast überall, bei jedem Workshop gegeben haben?

Solche Standarthinweise waren aus meiner Sicht, weil ich diese bestimmte Ausbildung als Opernsänger habe, verbunden mit meinem Ohr, wie ich mein Ohr nutze. Das waren im allgemeinen Hinweise, wie das Singen läuft. Das liegt am Genre, also welche Lieder man singt, ob es jetzt was Heiteres, Klassisches ist oder auch Schlager. Die Chöre und Gesangsgruppen der Deutschen Minderheit repräsentieren ein ganz breites Spektrum von Musikrichtungen. Und da sieht man, was man aus der menschlichen Stimme, was ein tolles Instrument ist, herausholen kann. Viele Gruppen waren sich, trotz 20 oder 25 Jahren Bestehen, dessen nicht bewusst.

 

 

Was brauchen die Chöre und Gesangsgruppen der Deutschen Minderheit am meisten?

Den meisten Gruppen, die ich besucht habe, geht es ziemlich gut. Viele sind vor Ort, wo sie wohnen, sehr aktiv und sie suchen selbst nach Auftritten und Ausflügen. Ich war manchmal so überrascht, wie viele Auszeichnungen, Fotos und Erinnerungen der Musikgruppe an den Wänden hängen. Was die Gruppen vielleicht bräuchten, ist mehr Bewusstsein, dass wir alle kleine Teilchen der gesamten Region sind, und die ganze Region singt. Es wäre gut Projekte zu machen, wo viele der Gruppen was zusammen machen können. Und an so etwas arbeite ich schon.

 

 

Können Sie schon verraten was das wird? Ein Konzert?

Ja, die Gruppen singen, also das Endprodukt ist Gesang. Es wird in der Richtung eines Konzertes gehen.