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Bereits seit Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts setzt sich Winfried Lipscher für die deutsch-polnische Verständigung ein. Für diese langjährige Tätigkeit wurde er am 27. November im Rahmen der Deutsch-Polnischen Städtepartnerschaftskonferenz 2017 in Berlin mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet.

 

Winfried Lipscher datiert den Anfang seines Einsatzes für die Aussöhnung zwischen Deutschland und Polen auf den Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe 1965 und das Memorandum des Bensberger Kreises 1968. Es folgten 33 Jahre im Dienst des Auswärtigen Amtes, zuletzt als Leiter des Sprachendienstes der Botschaft in Warschau. Doch der katholische Theologe Lipscher war nicht nur Dolmetscher, wie der Chef des Bundespräsidialamtes Staatssekretär Stephan Steinlein in seiner Laudatio anmerkte: „Mit Ihrem historischen und kulturellen Feingefühl wirkten Sie daran, die Teilung Europas zu überwinden. Sie sind ein geschätzter Gesprächspartner für die katholische Kirche in Polen sowie Intellektuelle und Schriftsteller.“

 

Einer von ihnen ist der Lyriker Kazimierz Brakoniecki, aus dessen Gedicht der Satz „die Heimat des Menschen ist der andere Mensch“ stammt. „Das soll ich einmal bei einem Spaziergang durch unseren gemeinsamen Geburtsort gesagt haben“, so Winfried Lipscher in seiner Dankesrede. Beide kommen aus Wartenburg (Barczewo), bei beiden war dieselbe Hebamme vor Ort, beide sind vom selben Pfarrer getauft. Der eine ist Deutscher, der andere Pole, doch sie empfinden sich laut Lipscher als „Brüder derselben Stadt“. Darum geht es auch in vielen Städtepartnerschaften wie jener zwischen Offenburg und Allenstein (Olsztyn), die Winfried Lipscher seit ihren Anfängen mitträgt und mitgestaltet.

 

Nach dem Silvesterorden des Papstes und dem polnischen Offizierskreuz folgte jetzt für Winfried Lipscher mit dem Bundesverdienstkreuz die Ehrung von deutscher Seite.

 

Text: Uwe Hahnkamp