Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

Saturday, January 22, 2022

Die Jugend hat eine Stimme

Wer nach diesem Wochenende meinen mag, die Jugend in der Deutschen Minderheit engagiert sich nicht, der liegt falsch! Jeder redet darüber, wie wichtig die junge Generation ist. „Sie sind unsere Zukunft“ – hört man ständig und wahrhaftig ist das eine Tatsache, welche die jungen Deutschen in Polen bei der Jugendgala 2021 am 26 November deutlich gemacht haben.


Das Ende des Projektjahres rückt immer näher. Die letzten winterlichen und weihnachtlichen Initiativen stehen noch an, aber die meisten der für dieses Jahr geplanten Projekte wurden schon realisiert. Darunter sind auch zahlreiche Jugendprojekte, die erfolgreicher waren als jemals zuvor.

 

Während der Jugendgala haben die ELOm-Absolventen ihre Abschlusszeugnisse bekommen.
Foto: Matheus Czellnik

Ein ungewisses Jahr
Obwohl die Welt weiterhin in der Pandemie steckt, haben es die Jugendlichen geschafft ihre Projekte in geplanter Form zu verwirklichen. Der Start war schwer, denn es war unklar, wie sich die Lage gestalten wird, aber mit den passenden Maßnahmen stand nichts im Weg.
„Wir haben aus den neuen Erfahrungen des letzten Jahres das Beste mitgenommen und haben mit dem weiter gearbeitet,“ erklärt Jugendaktivistin Weronika Koston. „Innovation steht grade hoch im Kurs und deswegen haben wir unsere Projekte in diesem Gedanken geplant. Es sind dadurch viele neue Initiativen im Bund der Jugend der Deutschen Minderheit und im Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit entstanden.“
Beispiele dafür sind z. B. der mobiler BJDM-Garten, Garagenkonzerte oder die Jugendpunkte an 11 Orten in ganz Polen.

Auf Weiterbildung setzen
Auch die schon bekannten Projekte wie ELOm, proELOm, aber auch neue Schulungsprogramme wie „Akademia der jungen Führungskräfte der DMi“ oder das „Antidotum“-Schulungsprogramm waren sehr beliebt bei den jungen Menschen.
„Ich wollte mich vor allem weiterbilden,“ so Izabela Glomb aus Bodland, Absolventin der fünften Staffel von ELOm. „Ich wollte Neues lernen, neue Kompetenzen erwerben und praktische Erfahrungen sammeln. ELOm hat mir das alles ermöglicht. Ich denke ich kann mich jetzt als Leader bezeichnen und bin gewappnet meine Pläne zu realisieren, ich möchte nämlich eine eigene BJDM-Ortsgruppe gründen und selbst Jugendprojekte lokal organisieren die Gleichaltrige zusammenbringen.“
Die Jungen sind voller Motivation und können diese bei solchen Programmen in die Tat umsetzen. Nur im Rahmen von ELOm und proELOm fanden 8 Projekte statt, einige generationsübergreifend und lokal, andere innovativ und in Oppeln oder Allenstein. Darüber hinaus organisierten das HDPZ und der BJDM zahlreiche andere Initiativen: von sogenannten Mini-Projekten in lokalen Gruppen bis hin zu polenweiten und internationalen Vorhaben.

Krönender Abschluss
Die Jugend ist stolz auf sich und wollte das gemäß zeigen. Mit Hilfe des HDPZ und des BJDM, als Partner der Jugendlichen, haben sie eine feierliche Gala vorbereitet, die das ganze Projektjahr zusammenfasste. Wer auf ein traditionelles Event eingestellt war, der erlebte eine Überraschung, denn die Jugend hat alles auf den Kopf gestellt und die Gala nach ihren Vorlieben und Wünschen gestellte – unkonventionell, so wie die Jugend der Deutschen Minderheit ist.
Oskar Zgonina, Vorsitzender des BJDM, machte den Anfang. „In jeder der letzten 30 Ausgaben des Wochenblatt.pl kam das Wort „Jugend“ statistisch gesehen 30 Mal vor, genau so viel wie die Wörter „Deutschland“, „Schlesien“ und „Polen“. Dies bestätigt ohne Zweifel die Große und wesentliche Rolle der Jugend für die weitere Entwicklung der Deutschen Minderheit,“ so Zgonina in seinem Vorwort.

Er stellte den anwesenden Führungskräften der Deutschen Minderheit darüber hinaus eine Aufgabe. Sie sollen drei Sachen aufzählen, für die sie der Jugend dankbar sind. Für Bernard Gaida, den Vorsitzenden des VDG, war es z. B. der Mut zur Bekenntnis. Vizemarschallin der Woiwodschaft Oppeln Zuzanna Donath-Kasiura hingegen danke den Jugendlichen dafür, dass sie da sind, so wie sie sind – offen, vielfältig, motiviert, selbstbewusst, mutig.

Neue Leader und Journalisten
Die Absolventinnen und Absolventen der verschiedenen Schulungsprogramme haben in kreativen Formen ihren Jahresrückblick präsentiert. Ob als kosmische Reise, eine Sportschau oder eine Naturdoku über die Trainer-Crew – Langeweile gab es nicht. Danach wurden den Jugendlichen feierlich die Zertifikate überreicht.
Besondere Auszeichnungen haben drei bestimmte Personen erhalten – Birgit Fiesel-Rösle, Konsulin der BRD in Oppeln, Lucjan Dzumla, Geschäftsführer des HDPZ und Magdalena Prochota, sogenannte „Projektmama“ von über 80 Absolventinnen und Absolventen von ELOm.
„Alle drei haben das ganze Jahr lang die Jugend unterstütz, sie hatten immer ein gutes Wort für uns und waren stets hilfsbereit. Sie tragen dazu bei, zu der „Perfekten Welle“ die bevorsteht“ betonte Moderatorin Zuzanna Herud bei der Überreichung der Statuetten für die besondere Unterstützung der Jugend der Deutschen Minderheit.

Das beste Jugendprojekt 2021
Das Antidotum startete einen Plebiszit für das beste Jugendprojekt 2021. Die Frau Konsulin hatte de ehre die Gewinner bekannt zu geben. Gewonnen hat ELOm – die Elementarschulung für Jugendliche Gruppenleiter. Der zweiter Platz ging an den BJDM fuer die Stadtralley „Deutsche Spurensuche in Oppeln“ und am dritten Platz war „Akademia der jungen Führungskräfte der DMi“ des HDPZ.
„Der Abend hat gezeigt, wie viel Potenzial in der Jugend steckt und dass dieser von den Älteren bemerkt werden muss“, bemerkt Magdalena Prochota gezielt. „Die Jugend hat frische Ideen und den Willen zu Handeln. Jetzt liegt es an den aktuellen Eliten, den Jungen das Wort zu geben, denn davon hängt die Zukunft der Deutschen Minderheit in Polen ab.“

Andrea Polański

 

 

Show More