Die Partnerschaft mit der Schule aus Rudolstadt koordiniert Beata Zgolik-Mrozek (ganz links) schon seit 16 Jahren.

Die Deutschlehrerin Beata Zgolik-Mrozek aus dem Oppelner Gymnasium Nr. 4 koordiniert seit 16 Jahren einen Schüleraustausch mit der Partnerschule aus Rudolstadt. „Ich habe Unterstützung von meinen Kolleginnen und Kollegen, die gerne etwas für die Gäste in der Schule vorführen, aber ich bin für alles verantwortlich.“

 

Als Rezept für einen gelungenen Austausch nennt Zgolik-Mrozek die Regel: „Nicht immer ist das, was den Erwachsenen gefällt, auch für die Zielgruppe, also die Jugendlichen interessant. So oft habe ich etwas organisiert, was meiner Meinung nach spannend gewesen ist, jedoch die Jugendlichen hat es nicht angesprochen“. Also bittet die Lehrerin ihre Schüler sich eine breite Palette an Angeboten zu überlegen und diese auch selber zu verwirklichen: „So haben die Schüler die Möglichkeit, etwas Neues zu lernen. Die Schüler lernen zu planen und etwas zu organisieren.“

 

Buntes Programm

 

Kürzlich besuchte wieder  eine Gruppe aus Rudolstadt mit 31 Schülern Oppeln. Paulina Woszek aus Oppeln besucht den Unterricht Deutsch als Minderheitensprache. Bei dem Unterricht stellte sie mit weiteren neun Mitschülern die Kultur, Geschichte und Sprache der deutschsprachigen Länder vor und half bei den Vorbereitungen für den Austausch mit der Schule aus Rudolstadt. „Jeden Tag müssen wir unseren Gästen etwas bieten. Wir hatten viele Ideen, aber letztendlich haben wir uns für diese Version entschieden:  Am Dienstag haben wir die Schüler aus Deutschland  in unsere Schule eingeladen, wo in den Klassenräumen beispielsweise Chemieexperimente gezeigt wurden. Auch amerikanischen Football haben Schüler vorgeführt; später gab es eine Schifffahrt auf der Oder, am Abend machten wir Karaoke“, zählt sie Schülerin der dritten Gymnasiumsklasse auf.  „Des Weiteren hatten wir Krascheow mit dem Dinopark eingeplant, wo Schüler er ersten Klasse des Gymnasiums mitgefahren sind und am Donnerstag gab es eine Stadtrallye in Oppeln gemeinsam mit allen Schülern aus unserer Schule.“ Von ihrem Aufenthalt im Oktober letzten Jahres in Deutschland brachte Paulina viele Eindrücke mit, vor allem die Partnerschule hat ihr sehr gefallen: „Die Schule ist sehr gut ausgestattet und generell anders als die Schulen hier in Polen.“ Auch die Schüler aus Deutschland hatten sich ein Kulturprogramm für die Schüler überlegt „Wir hatten mit den Schülern aus Deutschland eine sehr schöne Zeit“.

 

Überraschung Apfelsaft

 

Luzi Hartman aus Thüringen ist schon zum zweiten Mal dank dem Austausch in Oppeln, letztes Jahr hat ihr besonders ein kleiner Bauernhof gefallen, den die Gruppe besucht hat und dort auch kräftig mit anpacken konnte. „Wir haben auch sehr viele Apfelsaftsorten aus Polen probiert, dabei dachte ich immer Apfelsaft sei einfach Apfelsaft“, so Luzi.  Auf die Frage was ihr so ein Austausch gibt, antwortet Luzi: „Ich habe sehr viel Spaß hier und lerne auch sehr viel, wie die Schule funktioniert. Ich habe den Eindruck, dass das Lehrer-Schülerverhältnis sehr freundschaftlich ist.“

 

Manuela Leibig