Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, September 18, 2021

Die Kinder können sich weiterentwickeln

Mit Sybilla Dzumla, Koordinatorin des Projekts „Deutsch AG“, sprach Anna Durecka über den Start des Projekts im neuen Schuljahr.

 

Das Projekt „Deutsch AG“ wird im aktuellen Schuljahr fortgesetzt. Wie wird es in diesem Jahr aussehen?

Wir haben bereits am 1. September mit dem Projekt begonnen, mit 250 Gruppen in 5 Woiwodschaften. Natürlich haben wir die meisten in der Woiwodschaft Oppeln, weil hier in den meisten Grundschulen Deutsch als Minderheitensprache unterrichtet wird. Außer der Woiwodschaft Oppeln läuft das Projekt noch in den Woiwodschaften Schlesien, Niederschlesien, Ermland und Masuren, Pommern und Leubus. Ein großer Fortschritt ist ab diesem Schuljahr vor allem in der Woiwodschaft Schlesien zu beobachten. Da hatten wir letztes Semester 20 Gruppen weniger als jetzt. Auch in Ermland und Masuren haben wir diesmal 10 Gruppen, zuvor waren es fünf. Das Interesse an dem Projekt steigt also. Im letzten Semester haben wir 180 Gruppen gehabt, diesmal sind 70 Gruppen mehr dabei. Insgesamt nehmen an dem Projekt in diesem Semester um die 2000 Schüler teil.

 

Sybilla Dzumla
Foto: Marie Baumgarten

 

Der Gedanke, der hinter dem Projekt steht, hat sich dabei nicht geändert.

Nein. Nach wie vor ist „Deutsch AG“ ein Angebot für Schüler, die bis zu der sechsten Klasse Deutsch als Minderheitensprache gelernt haben und aufgrund der Umstrukturierung in der Schule nach der siebten Klasse Deutsch als Fremdsprache wählen und eine Reduzierung der Deutschstunden erleben. Das Projekt, das vom Bundesministerium des Inneren finanziert wird, dient als Ausgleich der fehlenden Deutschstunden und ermöglicht einen zusätzlichen zeitlichen Rahmen für Konversationen, Gespräche und die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung nach der achten Klasse. Die Kinder können sich also weiterentwickeln, was für uns als deutsche Minderheit sehr wichtig ist, um die eigene Sprachidentität bewahren zu können. Für die Jugendlichen ist es gleichzeitig ein Vorteil auf dem Arbeitsmarkt, wenn sie nicht nur Englisch, sondern auch Deutsch sehr gut beherrschen.

 

Sind Sie darauf vorbereitet, dass man wieder zum Online-Unterricht wechseln muss?

Ja, darauf sind wir gut vorbereitet. Wir waren ja schon im letzten Jahr eigentlich fast 8 Monate im Online-Modus. Wir haben eine Vereinbarung mit den Schulen, dass wir die Teams-Plattform der Schulen nutzen, diesen Zugang bekommen wir kostenfrei. Genauso wie wir die Schulräume für die stationären Treffen bisher kostenfrei bekommen haben. Auch didaktisch und methodisch sind wir auf Online gut vorbereitet. Alle Materialien wurden den Lehrern bereits zur Verfügung gestellt, wir haben sie platziert in der OneDrive-Wolke: Klassenbücher, Übungshefte, Arbeitsblätter, Vorschläge für bestimmte Themen, Filme, Hörspiele, Musik. Wir sind also auf alles vorbereitet.

 

 

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