Hartmut Koschyk bei der Deutschen Minderheit in Moldawien

Unter den Ländern Europas gehört Moldawien mit etwas mehr als drei Millionen Einwohnern sicher nicht zu den Schwergewichten. Eine ähnliche Position hat auch die dortige deutsche Minderheit, die weniger als zwei Prozent der Gesellschaft ausmacht. Daher ist für diese Gruppe die Unterstützung der Bundesrepublik besonders wichtig. Diese hat jetzt der Bundesbeauftragte Hartmut Koschyk zugesichert.

 

Während seines Besuches Ende August machte sich Koschyk ein ausführliches Bild von den Deutschen in Moldawien und konnte dabei nicht nur die Strukturen der dortigen deutschen Minderheit kennenlernen, sondern auch die deutsche Kultur in der Öffentlichkeit. Ebenfalls auf dem Programm standen politische Gespräche mit Vertretern der Regierung in Moldawien. Dabei konnte sich der Bundesbeauftragte vor allem mit dem stellvertretendem Außenminister Lilian Darii sowie verschiedenen Parlamentariern unterhalten.

 

Kein Zufall war auch das Gespräch von Koschyk mit dem Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa Michael Scanlan. Moldawien ist nämlich schon seit einiger Zeit für kontroverse Regierungsentscheidungen bekannt, was auch Einfluss auf die Minderheitenrechten haben kann. So hat man beispielsweise vor einiger Zeit ein Wahlgesetz verabschiedet, dass auf Kritik seitens der europäischen Institutionen stößt. So sieht auch Hartmut Koschyk den Bedarf einer Verbesserung im Rahmen des allgemeinen Standes der Demokratie und insbesondere auch der Minderheitenrechte in Moldawien.

 

Der wohl wichtigste Punkt der Reise des Bundesbeauftragten war jedoch der Besuch in der Hauptstadt Kischinau/Chişinău, wo er sich mit den Mitgliedern des „Kultur- und Begegnungszentrums Hoffnung“ traf. Dort erzählten Vertreter vor allem die über die Kultur-und Spracharbeit der Deutschen in Moldawien, die sich vor allem auf Kinder, Jugendliche und Studenten konzentriert und so den Nachwuchs für die Volksgruppe sichern soll. Besonders davon zeigte sich Hartmut Koschyk beeindruckt und sicherte der Minderheiten weiterhin Unterstützung der Bundesregierung zu. Diese ist besonders für eine Minderheit wie die Deutsche in Moldawien wichtig, da man sich auf Regierungszuschüsse im Inland nicht vollkommen verlassen könne.

 

Mit weniger als zwei Prozent  des Bevölkerungsanteils sind die Deutschen unterhalb der Top Fünf der größten Minderheiten in Moldawien, fast zehn Prozent der Gesamtbevölkerung stellen dagegen z.B. die Ukrainer.

 

Łukasz Biły