Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, May 21, 2022

Die Liste steht (+Audio)

Bei der heutigen Pressekonferenz präsentierte das Wahlkomitee Deutsche Minderheit ihre 24 Kandidaten zum Sejm und beide Senatsanwärter. Neben Roman Kolek, der im Wahlkreis 53 zum Senat kandidiert, geht in Oppeln Stadt und Kreis Rafał Bartek auf Stimmenfang für die zweite Kammer des polnischen Parlaments.

 

Bei der Pressekonferenz wurden alle Kandidaten der Deutschen Minderheit zum Sejm und Senat vorgstellt.
Foto: Rudolf Urban

 

Wieso hat sich der Vorsitzende der Oppelner Deutschen Minderheit und Bevollmächtiger des Wahlkomitees Rafał Bartek für eine Kandidatur zum Senat entschieden? “Im Senat wurden in der letzten Zeit die Gesetze oft durchgewunken, dabei sollten sie gerade dort kritisch analysiert und hinterfragt werden, und zwar einerseits von Experten, andererseits von Menschen, die mit den Bewohnern der Region eng verbunden sind. Der Senat könnte also die Form einer Länderkammer sein”, sagt Rafał Bartek, der derzeit Vorsitzender des Oppelner Sejmik ist, davor mehrere Legislaturperioden im Gemeinderat in Chronstau tätig gewesen ist.

 

 

Bartek setzt also bei seinem Wahlkampf auf mehr Selbstverwaltung der Regionen, Roman Kolek, der von Beruf Arzt ist, unterstreicht dagegen, er wolle im Senat vor allem für die Menschen und ihre Gesundheit tätig sein. “In den letzten Jahren war ich im Woiwodschaftsvorstand für das Gesundheitswesen verantwortlich. In diesem Bereich möchte ich nun weiterarbeiten und bei der Suche nach konkreten Lösungen helfen. So habe ich entschieden für den Senat zu kandidieren”, sagt Kolek.

 

Neben den beiden Senatskandidaten stellte die Deutsche Minderheit auch alle 24 Kandidaten zum Sejm vor. Darunter Vertreter aller Altersgruppen, vieler Gesellschaftsschichten und Berufe. “Wir setzen auf Experten, engagierte Personen, die nicht nur in der Deutschen Minderheit bekannt sind und für die die Oppelner Region von Bedeutung ist. Es sind sehr gute Kandidaten”, sagt Ryszard Galla, die Nummer eins auf der Kandidatenliste. Neben Galla ist bereits vorher bekannt gewesen, dass Zuzanna Donath-Kasiura den zweiten Platz auf der Liste erhält. Dritter ist der Großstrehlitzer Landrat Józef Swaczyna und auf Rang vier folgt VdG-Vorsitzender Bernard Gaida. “In der letzten Zeit führen die Teilung in der Politik, die Grabenkämpfe zwischen den einzelnen Lagern bei unseren Wählern zu einer Unsicherheit, wem sie denn noch ihre Stimme geben sollten. Wir als Deutsche Minderheit stehen zwar mitten in der Region und doch abseits dieser Kämpfe und wollen eben die Gemeinschaft unserer Region vertreten. Ich will eben Botschafter einer solchen offenen Haltung sein”, sagte bei der Pressekonferenz Bernard Gaida.

 

Ryszard Galla: Um unser Ziel von zwei Abgeordneten zu erreichen, benötigen wir ca. 40.000 Stimmen und das ist auf jeden Fall machbar

 

Unter den weiteren Kandidaten finden sich u.a. die Pressesprecherin der SKGD Joanna Hassa, der ehemalige Vorsitzende der SKGD Norbert Rasch, der stellvertretende Bürgermeister von Oberglogau Sebastian Gerstenberg oder der Vorsitzende des Kreisrates von Groß Strehlitz Stefan Szłapa.

 

“Um unser Ziel von zwei Abgeordneten zu erreichen, benötigen wir ca. 40.000 Stimmen und das ist auf jeden Fall machbar. Bei den letzten Selbstverwaltungswahlen kamen wir doch auf über 52.000 Stimmen”, sagt Ryszard Galla siegessicher. Und während das Ziel von zwei Mandaten im Sejm realistisch klingt, ist bei den Senatswahlen alles offen. Sehr gute Chancen hat dabei Roman Kolek, der offiziell von der Bürgerkoalition unterstützt wird, die damit keinen eigenen Kandidaten aufstellt. Brydiga Kolenda-Łabuś, die zunächst gegen Kolek antreten sollte, sagte gegenüber den Medien: “Das Ergebnis der Wahlen ist wichtiger als persönliche Ambitionen. Ich bin überzeugt, dass Roman Kolek ein ebenso guter Senator sein wird, wie er bisher ein hervorragender Vizemarschall gewesen ist”.

Die Parlamentswahlen finden am 13. Oktober statt.

 

 

Rudolf Urban

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