SKGD-Vorsitzender Rafał Bartek Foto: Wochenblatt.pl

Ernennungsurkunde des Staatspräsidenten für Rafał Bartek.
Quelle: SKGD

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am vergangenen Montag wurde das Nationalkomitee der Feierlichkeiten des 100. Jahrestages der Unabhängigkeit Polens ins Leben gerufen. Mitglieder des Komitees sind auch zwei Vertreter nationaler Minderheiten in Polen.

 

 

Die beiden Vertreter der Minderheiten im Nationalkomitee sind Mariola Abkowicz von der karaimischen Minderheit in Polen sowie der Vorsitzende der Oppelner Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen Rafał Bartek. Für beide ist es zunächst eine Pflicht in diesem vom Staatspräsident Andrzej Duda ins Leben gerufenen Gremium mitzuarbeiten. „Die Minderheitenseite des Gemeinsamen Ausschusses der Minderheiten und der polnischen Regierung hat vom Staatspräsidenten eine Einladung erhalten zwei Vertreter in das Komitee zu entsenden und so verstehe ich zunächst unsere Arbeit darin als Stimme aller in Polen anerkannten nationalen und ethnischen Minderheiten tätig zu sein“, sagt Rafał Bartek.

 

 

Dabei schien es zunächst gar nicht so sicher zu sein, dass im Nationalkomitee überhaupt Minderheiten einen Platz finden, denn alle in Polen lebenden Volkgruppen außer der polnischen machen weniger als drei Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Es gehe aber bei den Jubilkäumsfeierlichkeiten um das wiedergeborene Polen nach 1918, das man fast als Vielvölkerstaat bezeichnen könne, meint Rafał Bartek und fügt hinzu: „Es geht aber auch generell darum, dass zu jedem Staat Minderheiten gehören, egal wie groß sie nun sind. Deshalb finde ich es wichitig und spanndend in diesem Gremium mitarbeiten zu können. Welchen Einfluss wir letztendlich auf das Programn der Feierlichkeiten und weitere Ideen haben werden, ist heute schwer einzuschätzen. Wir werden aber die Stimme der Mindehieten einbringen“.

 

 

Das Nationalkomitee der Feierlichkeiten des 100. Jahrestages der Unabhängigkeit Polens besteht aus den höchte nstaatlichen Vertretern des Landes, Repräsentanten der politischen Parteien sowie der Gesellschaft. Darin finden sich sowohl Vertreter der Kirchen, der Kunst und Kultur, als auch verschiedener Vereine und Verbände, die in ganz Polen tätig sind.

 

Die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit Polens beginnen bereits in diesem Jahr und sollen bis 2021 dauern. Dabei sollen nicht nur Gedenkveranstaltungen organisiert und Menschen ausgezeichnet werden, sondern auch eine Vielzahl von kulturellen und wissenschaftlichen Projekten ins Leben gerufen werden, die sich rund um die Unabhängigkeit Polens, den Patriotismus, die Staatsbürgerschaft und die Zukunft Polens drehen.

 

Zur Erinnerung: Polen wurde zwischen 1772 und 1795 in drei polnischen Teilungen durch Preußen, Österreich-Ungarn und Russland untereinander aufgeteilt und verschwand damit für insgesamt 123 Jahre von der politischen Landkarte Europas. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde Polen wiedergeboren und der Unabhängigkeitstag wurde seitdem am 11. November begangen. Den Feiertag hoben dann die kommunistischen Machthaber Polens nach 1945 auf und als gesetzlicher Feiertag wird der 11. November wieder seit 1989 begangen.

Rudolf Urban