Schönwalde (Podlesie) ist ein von Touristen selten besuchtes Dorf im Oppagebirge. Meistens schauen hier nur kurz diejenigen vorbei, die entlang der Sudetischen Hauptroute die ganze Gebirgskette durchwandern. Zu Unrecht, denn es ist eine sehr interessante Gegend.

 

Die Georgskirche in Schönewalde wurde in den Jahren 1907-1908 gebaut
Foto: Łukasz Malkusz

 

 

 

Nach Schönwalde kommt man nur auf der Straße aus Ziegelnhals (Głuchołazy), die zwischen das Massiv des Holzberges und die Staatsgrenze gequetscht ist. Dieser Stand der Dinge besteht bereits seit den Schlesischen Kriegen, als der Ort zur preußischen Enklave wurde – von drei Seiten durch österreichisches Gebiet, von der vierten durch das Oppagebirge umgeben.

 

 

Nur ein Grenzstein?

Bereits einen Kilometer vor dem Dorf trifft man auf die erste Besonderheit. Am Straßenrand befindet sich ein Felsen, in den die Initialen AEPS, ein Kreuz und das Datum 1586 gemeißelt sind. Rund um diesen Felsen entstanden einige Legenden, darunter auch eine Geschichte, dass hier ein Graf Selbstmord begehen wollte. Höchstwahrscheinlich verlief hier jedoch im 16. Jahrhundert die Grenze des Fürstentums der Breslauer Bischöfe. Es handelt sich wohl also um einen Grenzstein. Die Initialen sollen auf den Bischof Andreas von Jerin deuten.

Das Dorf entstand im 17. Jahrhundert, als die Jesuiten aus Ziegenhals hier ein Vorwerk gründeten. Noch heute sind im Dorfzentrum die über 300 Jahre alten Gebäude des Vorwerkes zu sehen, daneben der Hof aus dem 18. Jahrhundert und Reste einer Lindenallee. Das sind aber wenige Erinnerungen an die schnelle Entwicklung von Schönewalde im 18. Jahrhundert. Damals wurde hier eine Schule, Kalköfen und eine Brauerei gebaut und Anfang des 19. Jahrhundert entstanden eine Schmiede, eine kleine Eisenhütte und eine Spinnerei.

 

Ein solcher Anblick bedeutet, dass man auf dem Gipfel des Steinbergs angelangt ist.
Foto: Łukasz Malkusz

 

Kurzer Spaziergang für jedermann

Einen größeren Parkplatz gibt es im Ort nicht, parken kann man aber zum Beispiel vor der Kirche. Die Georgskirche in Schönwalde entstand in den Jahren 1907-1908. Das Gotteshaus steht am höchsten Punkt des Dorfes, früher befand sich dort eine ältere Kirche. Im Gebäude aus Ziegelstein befindet sich eine hölzerne, barocke Figur des heiligen Georgs aus dem 18. Jahrhundert. Nicht weit von der Kirche steht das Pfarrhaus aus dem 18. Jahrhundert, ein Kapelle aus dem Jahr 1860 und ein seit 1864 bestehender Friedhof, auf dem unter anderem Gräber der einstigen deutschen Einwohner des Dorfes zu finden sind.

Von hier aus führen uns die roten Zeichen in die Richtung des 461 Meter Hohen Steinberges. Es ist ein angenehmer, etwa 20 Minuten langer Spaziergang. Kurz vor der Staatsgrenze sollte man dann nach links abbiegen, um den Gipfel zu besteigen.

Die im Wald gelegene Spitze des Steinbergs bietet zwar keine besondere Ausblicke, dafür sehr interessante Felsenformationen. Die Hänge des Berges selber waren bereits viel früher als Schönewalde selber bekannt, da im Mittelalter hier nach Gold gegraben wurde.

Ganz ohne Aussichten geht es aber nicht. Wer das Wäldchen verlässt und nicht gleich auf die Wanderroute zurück geht, sondern in die Richtung des Dorfes, wird mit einem Panorama von Schönwalde mit der Georgskirche und der Spitze des Holzbergs belohnt.

 

 

Łukasz Malkusz