Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, December 7, 2021

Die Welt braucht Frauen wie Sie

Ohne sie wäre die ländliche Landschaft nicht so bunt, aber vor allem so gepflegt und kulinarisch schmackhaft. Schlesische Landfrauen, denn von ihnen ist die Rede, kamen letzte Woche aus der ganzen Region nach Broschütz, um sich nach einem Jahr Pause wieder persönlich zu treffen.

Die Mitgliederinnen des Verbands der Schlesischen Landfrauen haben nicht nur ein Händchen für neue Herausforderungen und einen großen Tatendrang, aber auch ein Herz, denn sie sind dort aktiv, wo Hilfe gebraucht wird. So war es im Frühjahr letzten Jahres, als die Pandemie in Polen begann. Dann krempelten die Frauen die Ärmel hoch und tauschten Töpfe gegen Nähmaschinen, um über 10.000 Schutzmasken zu nähen. Sie halfen auch kranken und einsamen Einwohnern ihrer Gemeinden und Dörfer beim Einkaufen.

 

„Macht weiter so!“, ermutigte Konsulin Birgit Fisel-Rösle die Schlesischen Landfrauen. Auf dem Bild mit der Chefin des Verbandes: Maria Żmija-Glombik.
Foto: D. Bassek

900 tatkräftige Frauen

Wie Maria Żmija-Glombik, Vorsitzende des Hauptvorstands des Vereins Schlesischer Landfrauen, betonte, hat die Pandemie glücklicherweise nicht dazu geführt, dass die Anzahl der Kreise zurückgegangen ist, im Gegenteil – es gibt Pläne, neue zu schaffen.

Die Hausfrauen innerhalb des Vereins arbeiten seit 1994 dynamisch und verbinden rund 900 Frauen in mehreren Kreisen.
Die Feier am Mittwoch begann mit einer feierlichen Messe in der Pfarrkirche in Broschütz. Dann gingen alle zu dem nahegelegenen Getreidespeicher und Scheune, um gemeinsam einen schönen Nachmittag zu verbringen. Es gab auch Zeit für Reden, Blumen, Danksagungen und Geschenke.

Die Konsulin Birgit Fisel-Rösle verwies auf die Zeit der Pandemie, die die Pläne vieler Vereine und Organisationen durchkreuzte, nicht aber die der Frauen des Vereins Schlesischer Landfrauen.

“Die Welt braucht Frauen wie Sie. Sie sind ein wichtiger Anker des gesellschaftlichen Lebens in Ihren Gemeinden und auch eine wichtige Stütze für die Erhaltung und Pflege deutscher Traditionen in der Region. Macht so weiter!“, sagte Konsulin Birgit Fisel-Rösle bei der Feier.

Auch der Sejmabgeordnete Ryszard Galla schickte ein Glückwunschschreiben an alle Vereinsmitglieder, in dem er seine Bewunderung für die tägliche Arbeit und das Engagement der Frauen ausdrückte, die es schaffen, die Rolle der Hausfrauen mit sozialen und kulturellen Aktivitäten in ihren Gemeinden zu verbinden.

An dem Treffen nahm auch Marek Śmiech, Bürgermeister der Gemeinde Walzen, teil, der den Frauen Glückwünsche überbrachte und sie zu einer Reise nach Tschechien einlud, um dieses Region kennenzulernen und vielleicht eine weitere Partnerschaft aufzubauen.

„Zwei schlesische Frauen sind im Wappen unserer Gemeinde und wir können sagen, dass dies Ihre Vorgängerinnen sind, denn Sie, liebe Damen, Sie unterstützen nicht nur diese Gemeinde, sondern jeden Ort, aus dem Sie kommen. Dafür möchte ich mich bei Ihnen bedanken“, sagte Bürgermeister Marek Śmiech.

 

Die Frauen trafen sich persönlich nach einem Jahr der Pause wegen der Pandemie. Foto: D. Bassek

Fleißig wie Bienen
Gratulation und Dank für die fruchtbare Zusammenarbeit äußerte in einem Schreiben auch die Vizelandrätin von Krappitz Sabina Gorzkulla.

„Sie sind eine dieser Organisationen, die mir sehr am Herzen liegen und an deren Veranstaltungen ich immer mit großer Freude teilnehme. Und die Aktivität von Frauen, die dem Verein angehören, ist für uns anlässlich verschiedener Veranstaltungen äußerst wertvoll“, schrieb Sabina Gorzkulla, die auch Überraschungsgeschenke für die Landfrauen vorbereitet hat.

Für ihre Tätigkeit erhielten die aktivsten Frauen symbolische Bienen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass sie so fleißig und aktiv sind wie die kleinen Tiere. Es ist ja die Biene, die in dem Logo des Vereins der schlesischen Landfrauen präsent ist.
Es ist erwähnenswert, dass das Ziel der Organisation darin besteht, die wirtschaftliche und soziale Situation der Frauen in den ländlichen Gebieten der Woiwodschaften Oppeln und Schlesien zu verbessern.

Die Frauen fördern regionale Produkte, pflegen und geben schlesische Traditionen im In- und Ausland weiter. Sie organisieren Workshops, Ausstellungen, Seminare, Schulungen, Treffen und führen Reisen im In und Ausland durch. Sie sind häufig Gastgeberinnen und nehmen teil an Austauschen mit den deutschen Partnergemeinden aus Rheinland-Pfalz, Sachsen, Nord-Rein-Westfalen und Bayern. Sie nehmen am Gesamtdeutschen Landfrauenkongress teil, der alle zwei Jahre in Deutschland unter Beteiligung der Bundesregierung stattfindet. Die Mitgliederinnen pflegen auch Kontakte zu deutschstämmigen Frauen aus Masuren und der kaschubischen Frauenorganisationen, mit denen sie eine Partnerschaft geschlossen haben.

Nach den Worten der Anerkennung und Unterstützung kam die Zeit gemeinsam zu feiern. Als Dank für den täglichen Fleiß der Frauen trat für sie die von Ewa Magosz geleitete Tanzgruppe Przecinek mit Feriengästen auf. Das künstlerische i-Tüpfelchen war das Konzert von Edward Simoni auf der Panflöte.

Dominika Bassek

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