Bei der Verleihung des Ordens für die Verdienste um die Wowiodschaft Oppeln an Hartmut Koschyk (mi.). Der Ordensträger mit SKGD-Chef Rafał Bartek (li.) und Oppelns Vizemarschall Roman Kolek.
Foto: Krzysztof Swiderski

Mit der ersten Sitzung des neuen Bundestages verabschiedete sich Hartmit Koschyk, bislang Abgeordneter der CSU, auf eigenen Wunsch von der Arbeit des Parlamentariers und der kommende Dienstag ist für ihn auch der letzte Arbeitstag als Bundesbeauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Für die deutschen Minderheiten in Europa ein Grund Hartmut Koschyk für seinen Einsatz zu danken. Während des Schlesienseminars in Groß Stein (Kamien Śl.) wurde Koschyk gleich doppelt geehrt. 

 

Gleich zu Beginn des jährlichen Seminars des HDPZ dankte Bernard Gaida, Vorsitzender des Verbandes deutscher Gesellschaften, im Namen der Organisationen der deutschen Minderheit in Polen Hartmut Koschyk für seinen Einsatz um die Deutschen in Polen in den letzten Jahren. Als Geschenk erhielt Hartmut Koschyk eine handgeschnitze Figur der Heiligen Anna, worüber er sich sichtlich freute: „Sie bekommt einen speziellen Platz bei mir zuhause, und zwar neben der Heiligen Hedwig, die ich bereits im Besitz habe, sodass mich beide an mein weiteres Engagement für Schlesien erinnern”. Denn Hartmut Koschyk will trotz politischer Rente nicht wirklich in den Ruhestand. „Ich habe noch einige Ämter inne, denen ich mich nun widmen will und dabei werde ich gewiss auch immer wieder die Heimat meiner Eltern besuchen”, sagt Hartmut Koschyk.

 

Doch nicht nur die Deutschen in Polen ehrten Koschyk für seinen Einsatz in den letzten Jahren. Auf Antrag des Abgeordneten der Deutschen Minderheit Ryszard Galla und des Chefs der Oppelner SKGD Rafał Bartek, hat der Oppelner Marschall Andrzej Buła Hartmut Koschyk mit dem „Orden für die Verdienste für die Woiwodschaft Oppeln” ausgezeichnet. In der Laudation betonte Roman Kolek, Vizemarschall der Woiwodschaft: „Es ist eine außergewöhnliche Person, ein hervorragender Politiker und eine Persönlichkeit großen Formats. Seine Verdienste für die deutsch-polnische Zusammenarbeit und die europäische Einheit sind nicht zu unterschätzen. Durch all die Jahre seiner Tätigkeit lag ihm die Situation der deutschen Minderheit in Polen immer besonders am Herzen. Unter anderem dank sein Bemühungen entstand das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit. Seine Eltern stammen aus Oberschlesien – diese Tatsache war natürlich nicht ohne Einfluss auf die Richtung seines politischen Wirkens.”

 

Hartmut Koschyk bestätigte in seiner Dankesrede, dass die Region immer einen wichtigen Platz in seinem Herzen haben wird: „Die Verbindungen der Teile meiner Familie die in Oberschlesien blieben und nach Franken kamen waren immer lebendig, es war für mich immer prägend, wenn die Familienangehörige aus Oberschlesien uns in Oberfranken besucht haben. Mir selbst war ein Besuch erst nach den großen politischen Änderungen möglich.” Koschyk erinnerte weiter nicht nur an seinen ersten Besuch in Polen, sondern auch an seine ersten Begegnungen mit Persönlichkeiten, die die polnische Geschichte prägten, unter anderem Jan Krzysztof Bielecki und Bischof Alfons Nossol. Er sprach auch über seine ersten Kontakte mit Vertretern der deutschen Minderheit in Polen.

 

Koschyk wurde in das Amt des Bundesbeauftragten am 8. Januar 2014, als Nachfolger von Christoph Bergner berufen. Ab dem 1. November wird diese Funktion von Günter Krings übernommen. Krings wird das Amt bis zur Bestellung eines neuen Beauftragten durch die nächste Bundesregierung übernehmen.

 

vdg.pl/Rudolf Urban

 

Hier finden Sie die Dankesrede von Bernard Gaida an Hartmut Koschyk:

Die deutsche Minderheit in Polen dankt Bundesbeauftragten Hartmut Koschyk für seine Unterstützung in den letzten Jahren.

Opublikowany przez wochenblatt.pl na 25 października 2017

 

Lesen Sie auch unser Interview mit Hartmut Koschyk:

Für die deutschen Minderheiten engagiert bleiben