„Ein Blick durch die Gardine. Multikulturalität Oberschlesiens am Beispiel des Neustädter und des Leobschützer Kreises“, so lautet der Titel der Publikation, die vom Landkreis Neustadt und den umliegenden Ortschaften handelt. Dieses Buch wurde vor einem Jahr polnischsprachig herausgegeben. Nun kam die Zeit für die zweisprachige Version.

 

 

 

Zahlreiche Besucher kamen zur Pfarrscheune nach Friedersdorf zur Buchpräsentation

 

 

 

Zur Präsentation der zweiten Auflage des Buches „Ein Blick durch die Gardine“ wurde am 31. Mai in die Pfarrscheune nach Friedersdorf (Biedrzychowice) eingeladen. Róża Zgorzelska, Mitautorin des Buches, freut sich über die zahlreichen Besucher, die dieses Angebot wahrgenommen haben „Wir haben mit vielen Gästen gerechnet, aber dass so viele Menschen kommen, hätten wir nie gedacht. Für mich und für die anderen Mitautoren dieses Buches ist das auch eine Bestätigung, dass das wirklich ein Thema ist, das die Leute interessiert.“ Jeder Besucher der Buchpräsentation konnte ein Buch – von den insgesamt 500 Exemplaren – mit nach Hause nehmen.

 

 

Das Buch. „Ein Blick durch die Gardine“ ist eine Wissensquelle über das immaterielle Erbe des Neustädter- und des Leobschützer Landes. Ein innovativer Ansatz ist, dass in dem Buch sowohl die dortigen Einheimischen, als auch die aus Kleinpolen und den ehemaligen polnischen Ostgebieten Umgesiedelten zur Wort kommen. „Wir sprachen mit allen Vertretern der Volksgruppen und stellen die Bräuche und Traditionen im Buch vor. Denn es ist doch so, wie Erzbischof Nossol gesagt hat, nur weil wir anders glauben, heißt es nicht, dass wir an einen anderen Gott glauben“, sagt Wojciech Dominiak, Herausgeber der Publikation. „Ähnlich ist es bei uns in Schlesien, wir haben vieles gemeinsam, unsere wichtigsten Werte wie: Kirche, Familie, das Haus, die Küche, die Gardine, durch die wir schauen, und etwas daraus lernen wollen.“

 

Roża Zgorzelska bemühte sich, dass das vor einem Jahr herausgegebene Buch nun auch in zweisprachiger Fassung erscheint. Ein EU-Projekt wurde geschrieben und akzeptiert. „Als es sich ergab, dass wir Finanzen für das nächste Buch bekommen, da habe ich festgelegt, wir geben das Buch zweisprachig heraus. Dieses Thema ist nicht nur sehr wichtig für uns Schlesier, aber auch für die Menschen, die hier nach 1945 gekommen sind, und für die Nachkommen der Familien, die aus Schlesien vertrieben worden sind”, unterstreicht Zgorzelska.

 

 

Manuela Leibig