Marcin Jaksik

Der ganze Stolz des Beuthener Deutschen Freundschaftskreises (DFK) ist der neue Vereinssitz. Unter der Leitung von Marcin Jaksik finden hier u.a. die Treffen statt, bei dem  deutsche Volkslieder gesungen werden. Mit 27 Jahren ist Marcin Jaksik einer der jüngsten DFK-Chefs und für die Beuthener Gruppe ein echter Gewinn.

 

Ein bisschen provisorisch sieht es am Eingang noch aus. Die komplette Häuserfront ist in Baufolie gekleidet und von Gerüsten umstellt. Hier haben die Beuthener seit März 2017 ihren neuen DFK-Sitz, doch die Bauarbeiten dauern an. Innen sieht es aber schon ganz gut aus. Den weitläufigen Raum füllt eine ganze Reihe Tische mit Stühlen. Auch eine kleinen Bibliothek hat Platz.

 

Der eigene Kopf

 

Das Weiß an den Wänden strahlt und ist an einer Ecke mit schwarz-rot-gelben Schmetterlingen aufgehübscht. Sie fliegen auf einen Baum zu, dessen Blätter der Wind von der Krone fegt. Darüber der Spruch „Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.“ Die Beuthener haben also ihren eigenen Kopf.

 

Es gibt auch ein kleines Büro, wo die Abrechnungen erledigt werden und das DFK-Urgestein Manfred Kroll die Facebook-Seite mit aktuellen Fotos „füttert“. Es ist alles da, was ein DFK so braucht. Der Umzug war nicht leicht, aber alle haben mit angepackt. Darauf ist der DFK-Vorsitzende Marcin Jaksik besonders stolz. „Wir arbeiten das ganze Jahr über für unsere Mitglieder, und ich sehe ihren unermüdlichen Einsatz beim Umzug als ein großes Dankeschön.“

 

Kreiskulturtreffen

 

Auch die Küche ist schon eingerichtet, denn was wäre ein DFK-Treffen ohne Kaffee, Tee und Kuchen. Den bringen traditionell die Damen des Hauses an den Tisch, während die Herren der Schöpfung schon Platz genommen haben, um das neue Projekt zu besprechen. Der DFK plant schon jetzt für das kommende Jahr das Kreiskulturtreffen. „Jeder Mensch hat irgendwelche Hobbys, das ist meins. Ich bin im Ruhestand, aber man kann nicht so einfach abschalten, das war es, jetzt bleibe ich zu Hause im Garten“, sagt  DFK-Vize Josef Kawczyk. Aus diesem Grund engagiert er sich bei vielen Projekten. Darunter das Kreiskulturtreffen, das immer im Beuthener Theater Rozbark stattfindet und mit Musik und Tanz ein Stück deutscher Kultur vermitteln will. Es ist nur eines von vielen Projekten, zu denen der DFK die polnische Mehrheit mit ins Boot holt.

 

Musik im Blut

 

Seit einem Jahr arbeitet der DFK auch mit der Stadtverwaltung Beuthen zusammen. Sie hat den neuen DFK-Sitz zur Verfügung gestellt. „Der Sitz ist unser kleines Glück. Viele unserer Veranstaltungen werden direkt hier stattfinden können. Wir müssen nicht mehr auf andere Räume ausweichen“, freut sich Marcin Jaksik. Weil der neue DFK-Sitz viel größer ist als der alte, kann dort auch das gut besuchte Volkslieder-Treffen stattfinden. Gemeinsam singen und schunkeln die Beuthener zu Liedern von den Wildecker Herzbuben und Heino. „Musik spielt bei uns eine große Rolle. Hier treffen sich Mitglieder aus vielen Ortsgruppen. Am Ende sind alle immer gut gelaunt,“ sagt Jaksik, 27, der sich rechts und links bei den Damen einhakt und das Kufsteinlied schmettert.

 

Für viele DFK-Mitglieder ist das Liedersingen eine Reise in ihre Jugend – damals war Marcin Jaksik noch gar nicht auf der Welt. Der DFK Beuthen – er vereint die Generationen, das macht ihn so besonders. Und das mag der Grund sein, warum der DFK nach eigenen Angaben jeden Monat fünf neue Mitglieder dazugewinnt.

 

Marie Baumgarten

 

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