Der DFK Jarischau nimmt regelmässig am Programm „Konsolidierung der Begegnungsstätten” teil. Auf dem Foto präsentieren die Damen, was sie während eines Workshops gebastelt haben.
Foto: Danuta Cholewa

Zu sagen, dass Maria Krupa im DFK Jarischau (Jaryszów) eine feste Größe ist, wäre beinahe schon eine Untertreibung. Die DFK-Chefin kennt die deutsche Minderheit nämlich in und auswendig. „Ich bin zwar DFK-Vorsitzende erst seit 2007, aber eigentlich von Anfang an dabei. Mein Vater war der erste Vorsitzende und Gründer der Ortsgrupppe. Und ich war sein Fahrer, habe ihn überall und zu allen Treffen der Minderheit gefahren”, sagt Maria Krupa.

 

Der DFK war in Jarischau also von Anfang an eine Familienangelegenheit und für Maria Krupa von großer Bedeutung. Und seit 2007, also dem Jahr an dem Maria Krupa zur DFK-Vorsitzenden gewählt wurde, ist sie stets darum bemüht nicht nur den DFK-Mitgliedern, sondern allen Dorfeinwohner etwas kulturell aufregendes und interessantes zu bieten.

 

Volles Programm

 

Natürlich gibt es da zuerst all die festen Punkte im Kulturprogramm des DFK Jarischau. „Ende Januar/Anfang Februar machen wir eine Jahresversammlung, im März veranstalten wir meistens den Frauentag. Vor Ostern findet ein Osterworkshop statt. Diesmal haben wir uns in der Kunst des Decoupage (verzieren mit farbigen Papierausschnitten) geschult und mit dieser Technik die Ostereier verziert. Dann gibt es den Mutter- und Vatertag. Für Kinder der DFK-Mitglieder veranstalten wir dann den Nikolaus und ein Weihnachtstreffen für die Erwachsenen”, zählt Maria Krupa auf. Berühmt in der Gegend um Jarischau ist schon der alljährliche Frauencomber, der schon seit sechs Jahren veranstaltet wird. „Den machen wir immer am Dienstag vor Aschermittwoch, Punkt Mitternacht ist Schluss, denn da beginnt schon die Fastenzeit. Jedes Jahr ist der Saal voll. Diesmal haben 70 Damen mitgemacht und nicht nur aus Jarischau. Wir bemühen uns jedes Jahr um schöne, lustige und kreative Kostüme. Wir vergeben auch Preise für die besten Verkleidungen”, berichtet Maria Krupa. Im Mai hat der DFK einige Jahre Maiandachten organisiert. „Doch dann dachte ich mir, es ist wieder Zeit für was Neues und wir haben dann ein Konzert der religiösen Lieder in der Kirche veranstaltet, das war im letzten Jahr. Und diesmal wollen wir eine Maifeier als ein Generationstreffen veranstalten. Wir machen ja sowieso einmal im Jahr so eine große Feier im Freien für alle”, sagt die DFK-Chefin. Das letzte Mal unter dem Motto „Vom Samen bis zum Brot”. Kinder aus der Grundschule fuhren zu einer richtigen Bäckerei in Ujest, wo sie die Geheimnisse der Backkunst kennenlernten. „Am zweiten Tag  des Festes konnte man dann die Brötchen, die się selbst gebacken haben, probieren”, so die DFK-Chefin.

 

DFK erkundet die Welt

 

Was die DFK-Mitglieder in Jarischau aber am meisten begeistert ist Reisen. Die Jarischauer haben schon so manch eine Hauptstadt in Europa gesehen. „Seit sieben Jahren schon fahren wir jedes Jahr zu einer anderen europäischen Haupstadt. Zuerst waren wir natürlich in Warschau, dann in Prag, Wien, Berlin, Budapest und Bratislava. Wir hätten diesmal gerne Paris gesehen, doch das ist leider ein Stück zu weit und zu teuer. Deswegen machen wir diesmal am 27. Juni einen Ausflug nach Sandomierz”, sagt Maria Krupa. Die Ausflüge sind etwas für jung und alt. Die Teilnehmer sind oft ganze Familien. Über mangelndes Interesse kann die DFK-Chefin nicht klagen. Reisen liegt den Jarischauern einfach im Blut. „Wir nehmen auch an Pilgerfahrten teil, Integrationsausflügen, fahren zu Konzerten. Dreimal waren wir schon in Teschen im Elisabethanertheater. Letztes Jahr haben wir auch eine Flussfahrt auf dem Gleiwitzer Kanal unternommen”, zählt Maria Krupa auf. Der DFK beteiligt sich auch regelmässig am Programm „Konsolidierung der Begegnungsstätten”. „Wir sind eigentlich das ganze Jahr über beschäftigt”, sagt die DFK-Chefin.

 

Anna Durecka