Nach einer Reihe von anstrengenden Wanderungen, schlagen wir diesmal einen angenehmen Spaziergang vor. Von Hohenfriedenberg (Dobromierz) aus werden wir den Galgenberg besteigen, der im 18. Jahrhundert Schauplatz wichtiger historischer Ereignisse war.

 

 

Der Hohenfriedeberg bietet wunderschöne Ausblicke auf das Waldenburger Bergland.

 

 

Unser Ziel ist am besten mit dem Auto zu erreichen. Es liegt an der Landstrasse 5, die Hirschberg (Jelenia Góra) mit der Autobahn A4 verbindet. Wer nur Lust auf einen kurzen Spaziergang hat, kann bei der Schule an der Podgórna-Straße parken. Viel besser ist aber die Parkgelegenheit im Dorfzentrum.

 

 

Von der Kleinstadt zum Dorf

Auf diese Weise hat man die Gelegenheit, die barocke Michaelskirche, sowie die St.-Peter-und-Paul-Kirche aus dem 19. Jahrhundert, die als protestantisches Gotteshaus errichtet wurde, aus der Nähe zu sehen. Hohenfriedenberg war eine typische Kleinstadt mit Ring, die jedoch nach 1945 ihre Stadtrechte verloren hat.

Vor uns liegt eine kurze und leichte Strecke. Auf etwa einem Kilometer müssen wir nur 92 Meter hoch klettern. Das sollte mindestens 10, aber nicht mehr als 20 Minuten in Anspruch nehmen. Vom Dorfzentrum aus folgen wir zunächst der Bolesław-Chrobry-Straße und dann der Podgórna-Straße. Wenn wir am Waldrand ankommen, biegen wir rechts ab und erreichen in wenigen Minuten die Spitze. Wer an der Schule parkt hat es noch einfacher und nur einen 5-10 Minuten langen Spaziergang vor sich. Wer Lust hat, kann nach Überqueren der Landesstraße noch kurz zum Millenniumskreuz abbiegen und sich am Anblick des Hohenfriedenberger Stausees erfreuen. Auch mit diesem Umweg wird die Wanderung aber nicht viel länger als eine halbe Stunde dauern.

 

 

Der Aussichtsturm wurde 1852 fertiggestellt.

 

Andenken an Zeiten der Hohenzoller

Der 385 Meter hohe Hügel spielte eine große Rolle während der Schlacht bei Hohenfriedenberg. Am 3. Juni 1745 beobachteten von hier aus die österreichischen Befehlshaber Karl von Lothringen und Hans Adolf von Sachsen-Wiesenfels den Kampf, einen Tag später der preußische König Friedrich der Große. Die Schlacht wurde vom preußischen Heer gewonnen und zum wichtigen Schritt für die Behauptung der preußischen Herrschaft über Schlesien. Zum 100. Jubiläum sollte hier als Andenken ein Aussichtsturm gebaut werden, der wegen Geldmangels erst 1852 fertiggestellt wurde.

In den folgenden Jahren war der Galgenberg ein populäres Ausflugsziel, hier wurden ein Restaurant und Hotel gebaut. Diese verfielen jedoch nach 1945 in Ruin und wurden schließlich abgerissen. Nur der Turm ist geblieben, 1991 wurde er von einem der Einwohner Hohenfriedenbergs gekauft. Diesen kann man heute besichtigen, wenn auch unregelmäßig. Wer Glück hat, sollte die Gelegenheit wahrnehmen und sich am Panorama der Mittelsudeten und des Sudetenvorlandes erfreuen. Aber auch, wenn man den Turm nicht betritt, hat man gute Aussichten vom Waldrand. Danach bleibt nur die gemütliche Rückkehr ins Auto.

Text und Fotos: Łukasz Malkusz