Foto: Manuela Leibig

Foto: Manuela Leibig

Zwei Mal im Jahr soll künftig eine sog. „Akademie” für Kommunalpolitiker der deutschen Minderheit stattfinden. Organisator ist das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit (HDPZ). Ein erste Veranstaltung aus dieser Reihe gab es am 3. und 4. Juni in Sakrau (Zakrzow).

 

„Es geht vor allem darum, Erfahrungen auszutauschen, zusammenzukommen und zu definieren, wer was zu tun hat“, sagt der HDPZ-Direktor Lucjan Dzumla über sein neues Projekt. Die Idee zu Workshops für Lokalpolitiker, die oft hin- und hergerissen sind zwischen einem Einsatz für die Mehrheitsbevölkerung, die sie gewählt hat, und der Minderheit, aus der sie stammen, ist offenbar nicht ins Leere gegangen, denn das Interesse an der ersten kommunalpolitischen Akademie für die deutsche Minderheit war recht groß. In Sakrau kamen neben Vertretern der sog. großen Politik, also des Sejm und des Oppelner Landtages (Sejmik) auch Ratsmitglieder aus Städten und Gemeinden zusammen.

 

Das HDPZ hatte den Kommunalpolitikern im Rahmen des Projekts u.a. eine Diskussion angeboten, deren Aufgabe es war, die Ziele eines Kommunalpolitikers aus der deutschen Minderheit zu definieren. Hinzu kam ein Workshop, der von einer professionellen Trainerin durchgeführt wurde: „Wir wurden uns insbesondere in der Diskussion schnell darin einig, dass das wichtigste Thema nicht nur für die Strukturen, sondern auch für Kommunalpolitiker aus der Minderheit die Bildung ist“, sagte Lucjan Dzumla. Aus diesem Leitthema sei, so der HDPZ-Direktor, die Aufgabe hervorgegangen, die Politiker darüber zu informieren, welche Vorschriften und Möglichkeiten es im Bereich des Unterrichts der Sprache einer nationalen Minderheit gibt – ein Thema, das aufgrund der komplizierte Rechtslage für viele nach wie vor schwierig ist.

 

Die Akademie hat aber auch die Phantasie bezüglich der Schwerpunkte und der Grundhaltung eines Minderheitenpolitikers angeregt. Dieser muss nicht nur imstande sein, seine lokale Gemeinschaft gut zu repräsentieren, sondern auch ein entsprechendes politisches Format haben: „Vor allem gilt es, viel zuzuhören, der Stimme der Bevölkerung lauschen“, waren sich Vizemarschall Roman Kolek und der Bürgermeister von Leschnitz Łukasz Jastrzembski einig. Insbesondere der Letztere machte deutlich: „Ein guter Kommunalpolitiker muss alle Ideen hören und dabei die Klugheit besitzen, die besten auswählen zu können.”

 

Ein zusätzliches Ziel der kommunalpolitischen Akademie ist ein Netzwerk guter Praktiken, das Gemeinden dabei helfen soll, Probleme mit Methoden zu lösen, die sich anderswo gut bewährt haben.

 

Łukasz Biły