Prälat Oskar Golombek (Mitte) organisierte 1967 eine Reise für Vertriebene nach Italien aus Anlass das 700. Jubiläum der Heiligsprechung Hedwig von Andechs, die am 26. März 1267 von Papst Clemens IV. in Viterbo heiliggesprochen wurde.

Prälat Oskar Golombek (Mitte) organisierte 1967 eine Reise für Vertriebene nach Italien aus Anlass das 700. Jubiläum der Heiligsprechung Hedwig von Andechs, die am 26. März 1267 von Papst Clemens IV. in Viterbo heiliggesprochen wurde.

Lange bevor die polnischen Bischöfe ihren deutschen Amtsbrüdern 1965 die Hand ausstreckten, leistete Prälat Oskar Golombek mit seinen Schriften und seinem unermüdlichen Engagement eine Vorreiterrolle in der deutsch-polnischen Aussöhnung.

Im Rahmen der Deutschen Kulturtage im fand in der Eichendorff-Bibliothek ein Vortrag über das Leben und die Tätigkeit von Oskar Golombek statt. Er wurde am 4. Mai 1898 in Wieschowa bei Broslawitz (Wieszowa, gm. Zbrosławice) geboren. Im Ersten Weltkrieg wurde er zum Militär einberufen. Nach der Demobilisierung studierte er an der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Breslau und im dortigen Priesterseminar. Am 17. März 1923 bekam er die Priesterweihe von Adolf Kardinal Bertram. Als Kaplan machte er in Ratibor-Altendorf Bekanntschaft mit dem berühmten Priester und Vorsitzenden des „Katholischen Arbeitervereins in Oberschlesien“ Carl Ulitzka. Bei ihm lernte Golombek die soziale Arbeit und den Dienst für die Gläubigen kennen und wurde sein engster Mitarbeiter in der sozial-katholischen Bewegung des Arbeitervereins im Gleiwitzer Bezirk.

Im Alter von 36 Jahren übernahm er als Pfarrer die große St. Andreasgemeinde in Hindenburg (Zabrze). Dort baute er die Filialkirche St. Matthias in der alle Andachten in Deutsch und Polnisch geführt wurden. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er ausgespäht, trotzdem kümmerte er sich um die Benachteiligten, die verhaftet oder im Krieg waren. Im September 1945 musste er seine Pfarrei und die oberschlesische Heimat verlassen.

1946 wurde er zum „Diözesanen Seelsorger für die Vertriebenen für das Erzbistum Köln“ ernannt. Mit seinem Mitarbeiter Gerhard Moschner gründete er das „Heimatwerk schlesischer Katholiken“ und die „Aktion Junges Schlesien“. Jedes Jahr organisierten sie Tagungen für Priester aus dem ehemaligen Erzbistum Breslau, die zusammen mit etwa einer Million Gläubigen vertrieben wurden. 1964 ernannte die Fuldaer Bischofskonferenz Prälat Golombek zum „Sprecher der vertriebenen Priester der Erzdiözese Breslau in den Diözesen der Bundesrepublik Deutschland“. Papst Paul VI. verlieh ihm die Würde eines Apostolischen Protonotars.

Prälat Golombek führte außer der karitativen Arbeit auch eine umfangreiche Vortrags- und journalistische Tätigkeit aus. Er sprach über das Grauen des letzten Krieges, die brutale Vertreibung und setzte sich als einer der Ersten für die Annäherung und Versöhnung von Deutschen und Polen ein. Unter Gefahr und im Schatten des „Dritten Weltkrieges“ sprach er als der Vertreter der schlesischen Vertriebenen in der Bundesrepublik Deutschland über die Notwendigkeit der Versöhnung. Prälat Golombek starb in Köln am 28. April 1972 und wurde auf dem Domherrenfriedhof beigesetzt.

Dr. Piotr Górecki/jr