Oppelns Stadtpräsident Arkadiusz Wisniewski weiht am 13. Oktober 2017 die Gedenktafel für den Komponisten Franz Waxmann ein.Foto: Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit

Franz Waxmann ist ein ganz besonderer Sohn der Stadt Oppeln. Als Komponist schafft er es von Oberschlesien bis nach Hollywood und gewinnt zwei Mal den Oscar. Jetzt hat die Stadt Oppeln ihn mit einer Gedenktafel geehrt.

 

 

 

Damals heißt sie Zimmerstraße. Die historischen Bürgerhäuser geben ihr einen besonderen Charme. Wo sich heute eine große Bank und direkt dahinter die Wartehalle des Busbahnhofs PKS befinden, war ein ganz besonderer Sohn der Stadt Oppeln zu Hause. Franz Waxmann war Komponist von über 200 Filmmusiken und wurde für seine Arbeit zwei Mal mit dem Oscar ausgezeichnet. In der Straße, die jetzt ulica pierwszego Maja heißt, prangt seit dem vergangenen Freitag für den weltbekannten Oberschlesier eine Gedenktafel, die das Rathaus Oppeln aus Anlass des 800-jährigen Stadtjubiläums in Auftrag gegeben hat.

 

 

Keine Lust auf Bankgeschäfte

Franz Waxmann (damals Wachsmann) kommt 1906 in Königshütte (Chorzów) zur Welt, einige Jahre später (wahrscheinlich im Jahr 1915, doch die Angaben schwanken) zieht die Familie nach Oppeln. Schon früh zeigt Franz Waxmann Begeisterung für die Musik.

„Er war ein echtes Wunderkind. Schon mit fünf Jahren kletterte er auf das Klavier und begann zu spielen“, berichtet Sohn John Waxmann aus den Familienanekdoten.

Als Franz Waxmann die Schule beendet, soll er nach dem Willen des Vaters das Bankgeschäft erlernen. Doch Waxmann hat andere Pläne: Er will Musik studieren. „Was soll das für ein Beruf sein. Du brauchst einen richtigen Beruf. Geh zur Bank“, habe der Vater zu ihm gesagt. Sie handelten aus, dass Franz Waxmann ein Jahr lang in der Bank arbeiten würde. Dafür musste ihn der Vater zum Musikstudium nach Dresden lassen. „Er zog es durch, er saß am Bankschalter, hasste jeden Tag, und ging dann zum Musikstudium nach Dresden“, erzählt Sohn John Waxmann.

 

 

Nachts in Berlin

Von Dresden geht er nach Berlin. Er hat kein Geld. Er spielt nachts in Jazzclubs und hält sich nur mühsam über Wasser. Im Berliner Tingel Tangel Club wird schließlich Regisseur und Komponist Frederick Holländer, der viele Marlene-Dietrich-Songs schreibt, auf ihn aufmerksam. Waxmann soll in den UFA-Studios den Film „Der blaue Engel“ orchestrieren. Dort trifft er seine lebenslangen Freunde, den Filmproduzenten und Autor Billy Wilder und den bekannten Kameramann Karl Freund.

Als 1933 Hitler an die Macht kommt, verlässt Waxmann wegen seiner jüdischen Herkunft zusammen mit seinen beiden Freunden Berlin, sie gehen zuerst nach Paris, dann in die USA. Auf einer Silvesterparty trifft Waxmann den Regisseur James Whale, der den jungen Komponisten für seinen Film engagieren will. Im Alter von 29 Jahren schreibt er für „Frankensteins Braut“ seine erste Filmmusik. Es ist der Beginn einer Weltkarriere.

Waxmann arbeitet unter anderem für die Universal Studios und für Metro-Goldwyn-Mayer.

 

 

The Oscar goes to ….
Er komponiert über 200 Musiken für Filmklassiker, darunter Hitchcocks „Verdacht“ (1942) und „Der Fall Paradin“ (1949) mit Gregory Peck und„Das Fenster zum Hof“(1954).

Hollywood zeichnet den Oberschlesier für seine Arbeit zwei Mal mit dem Oscar aus, 1951 für „Boulevard der Dämmerung“ und 1952 für „Ein Platz an der Sonne“. Damit ist Waxmann der erste Komponist, der zwei Oscars in Folge gewinnt.

Franz Waxmann stirbt am 24. Februar 1967 in Los Angeles an den Folgen einer Krebs-Erkrankung.

Eine Gedenktafel hängt seit Mitte Oktober 2017 aber nicht nur in Oppeln. Sein Geburtsort Königshütte hat ihn bereits im Jahr 2007 geehrt. Die Gedenktafel findet man neben dem Theater, wo einst das Geburtshaus stand.

 

 

Marie Baumgarten

 

Wie es Franz Waxmann von Oberschlesien bis nach Hollywood schaffte, darum geht es auch im Schlesien Journal: