Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Thursday, January 27, 2022

Ein spannendes Theaterexperiment

Mit dem Projekt „Forum: Theater“ lernen Jugendliche aus Tost neue Methoden der schauspielerischen Darstellung kennen und wollen mit ihrem Stück das Publikum zum Nachdenken anregen.

 

Die Teilnehmer des Projekts diskutieren (v.l.n.r.): Bartosz Kokott, Piotr Sikora, Nikola Korus, Eulalia Müller, Wiktoria Dziuba
Foto: HDPZ

 

„Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, welche guten Einflüsse Theater-Projekte auf Jugendliche haben können“, so der Projektleiter Stefan Mehrens, der seit September 2019 als ifa-Kulturmanager im Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz arbeitet. „Ich habe 2012 beim deutsch-französischen Jugendfestival „Approche“ mitgemacht und habe vieles aus dieser Zeit mitgenommen. So bin ich auch auf die Idee gekommen, mit Aktiven aus der „Jugendbox“ Tost das Projekt „Forum: Theater“ durchzuführen.“

 

Diskriminierung und Ausgrenzung

Das „Forum-Theater“ ist eine interaktive und auf Improvisation basierende Form des Theaters, die in den 70er Jahren in Lateinamerika entwickelt wurde. Häufig geht es in den Stücken um die Themen Diskriminierung und Ausgrenzung von Minderheiten. Das Publikum wird dazu ermuntert, aktiv in das Geschehen mit einzugreifen und sich somit intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Nun gab es bereits drei Treffen der Gruppe. Die Workshops, die in der Geschäftsstelle des DFKs Tost stattfinden, werden von Karolina Osietzki geleitet, die viel Erfahrung mit Theater-Jugendgruppen, auch bei der deutschen Minderheit, hat. 2016 hat sie an einem Seminar zu dem Thema Forum-Theater in Nord-Mazedonien teilgenommen. „Dieses Projekt bietet mir die Möglichkeit, meine Erfahrungen von damals erstmalig mit einer Jugendgruppe umzusetzen“, so die Pädagogin.

 

Konzentration auf das Schauspielerische

Die insgesamt sechs Teilnehmer, die bereits lange in der „Jugendbox“ aktiv sind, zeigen sich begeistert von dem Projekt. Denn sie lernen viele neue Dinge: so wurden während der Workshops Übungen zur Schulung von Körperhaltung, Bewegung auf der Bühne sowie Stimmübungen und Pantomime gemacht. „Mir gefällt diese Konzentration auf das Schauspielerische sehr. Das kommt bei der Jugendbox leider oft zu kurz“, sagt Piotr Sikora. Ein Unterschied zur Jugendbox besteht auch darin, dass das Stück in polnischer Sprache sein wird. So fällt es den Teilnehmenden nicht nur leichter, zu improvisieren und sich mehr auf ihre Bewegungen zu konzentrieren. Sondern Bartosz Kokott betont, dass es so auch einfacher sei, Emotionen an das Publikum zu vermitteln. Auch für die geplante Aufführung (siehe Kasten), erhofft sich der Projektleiter, dass durch die Senkung der Sprachbarriere mehr Interaktionen stattfindet: „Letztendlich handelt es sich bei dem Projekt um ein Experiment. So eine Art Theater wurde hier noch nie gemacht und da ist es leichter, wenn es erst einmal auf Polnisch ist. In Zukunft können wir dann schauen, ob man es auch auf Deutsch machen könnte.“

 

HDPZ

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen finden weitere Workshops vorerst nicht statt. Die Premiere sollte am 28.3.2020 auf der Burg in Tost stattfinden. Diese wird auf unbestimmte Zeit verschoben.

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