Grammatik, Satzbau, die Wortarten und die Geschichte der deutschen Sprache, das alles und noch viel mehr präsentierten Schüler aus acht Grundschulen der Woiwodschaft Oppeln auf der Bühne des Tarnauer Kulturhauses bei den 7. „Deutschsprachigen Theaterbegegnungen“, die vom Verein Pro Lieris Silesia organisiert wurden. Das Thema, an dem sich die Teilnehmer dieses Jahr richten sollten, war nämlich „Die wunderbare deutsche Sprache und ihre Besonderheiten“.

 

Auf der Bühne in Tarnau präsentierten sich Theatergruppen aus acht Schulen.
Foto: Joanna Hendel-Szopa

 

 

„Ich freue mich immer auf die Theaterbegegnungen, denn sie sind schon ein Markenzeichen von Tarnau, genau wie die lebendige deutsche Sprache hier auf der Bühne ein Markenzeichen unserer Region ist“ sagt Rafał Bartek, Vorsitzender der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien, und fügt hinzu: „Es ist ein Genuss sich die Theatervorführungen anzusehen, denn hier sieht man, dass die deutsche Sprache nicht nur etwas ist, was man in der Schule erlernt, sie ist hier etwas Lebendiges, etwas womit man spielen kann.“

 

 

Kein Angst vor „der, die das“

Erneut mit dabei auf der Bühne war die Grundschule aus Slawitz (Sławice): „Unser Stück soll den Kindern zeigen, dass man vor dem „der, die, das“ keine Angst haben muss, es ist nicht schwer, man muss es nur lernen“, sagt Nina Dzierżonowska aus der Grundschule in Oppeln-Slawitz, die den Buchstaben „J“ im Stück spielte. Die Schüler aus Slawitz bereiteten ihr Stück seit Anfang des Schuljahres vor. Auf die Frage nach Schwierigkeiten während der Proben antwortet Nina, dass es anfangs nicht so einfach war sich zu merken wer wann dran ist. Aber bis zum Finale in Tarnau saß jeder Schritt, jedes Wort und jede Phase.

Bei der Eröffnung der Theaterbegegnungen lobte Dr. Roman Kolek, Vizemarschall der Woiwodschaft Oppeln, die jungen Schauspieler vor allem für ihren Mut: „Ich finde es toll, wie ihr hier auf der Bühne steht und einfach spielt, ich spreche oft vor vielen Menschen, aber ich bin immer ein bisschen gestresst“, gab Kolek zu.

 

 

Alles unter einem Hut

Ein Allroundprogramm auf der Bühne hat die Grundschule aus Nakel (Nakło) präsentiert: „Wir haben gesungen, getanzt und Gitarre gespielt. Um das alles unter einen Hut zu kriegen haben wir sehr viel geprobt“ gibt Maksymilian Krol aus Nakel zu. Die Schüler haben ihr Werk schon vor einem breitem Publikum gezeigt: „Wir haben unser Stück schon beim Erntedankfest gezeigt. Heute war ich gar nicht mehr gestresst, an den Theaterbegegnungen hier nehme ich schon seit fünf Jahren teil“, so Aleksander Danch. Die Schülergruppe aus Nakel möchte ihr Stück auch im Kindergarten in Nakel vorstellen.
„Wir haben uns wohl zwei Wochen vorbereitet, das war intensiv, wir haben in jeder Pause etwas einstudiert, die Tänzerinnen haben getanzt, wir haben unsere Szenen gespielt, aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht“, sagt Vanessa Gregorczyk aus der Vereinsschule Pro Liberis Silesia in Raschau (Raschowa). Ihre Klassenkameradin Laura Czech freut sich, dass sie mitgemacht hat: „Ich habe mich auf der Bühne richtig wohlgefühlt, unsere Betreuerin meinte, dass wir unsere Rollen selbst interpretieren sollen, und das habe ich gemacht“, sagt die 14-Jährige.

 

Die Theaterbegegnung war kein Wettbewerb, es wurden keine Plätze vergeben, jede Gruppe bekam für ihre Teilnahme einen Preis. Im Korridor des Kulturhauses in Tarnau konnten die Schauspieler, nach dem sie Aufgetreten sind, einige sprachliche Übungen beim Lernen an mehreren Stationen lösen.

 

 

Manuela Leibig