Mit Emila Strzałek von der Deutschen Bildungsgesellschaft, die für das Projekt „Deutschklubs“ verantwortlich ist, sprach Anna Durecka

 

Emilia Strzałek
Foto: privat

 

Was sind Deutschklubs? Wer kann an dem Projekt teilnehmen und was wird dort gemacht?

Die Deutschklubs sollen prinzipiell eine Fortsetzung der deutschen Samstagskurse sein. Denn diese richten sich nur an Kinder bis zum elften Lebensjahr. An den Deutschklubs sollen Jugendliche ab dem zwölften Lebensjahr bis zum 16. Lebensjahr teilnehmen. Danach kann man schon dem Bund der Jugend der Deutschen Minderheit beitreten. Das heißt: Es bestand eine Lücke, die mit den Deutschklubs geschlossen werden soll. Allerdings können bei den Deutschklubs auch Kinder von außerhalb der deutschen Minderheit mitmachen. Für die Durchführung der Deutschklubs können sich Lehrer und DFKs anmelden. Wenn Jugendliche Lust haben, bei den Deutschklubs mitzumachen, aber es besteht noch kein Angebot in ihrem Ort, sollten sie sich mit einem Deutschlehrer oder dem hiesigen DFK in Verbindung setzten, damit in Kooperation ein Deutschklub gegründet werden kann. Dazu muss man noch sagen, dass für die Teilnahme am Deutschklub die Jugendlichen 30 Złoty im Monat bezahlen.

 

 

Werden die Treffen der Deutschklubteilnehmer wie die der Samstagskurse auch am Wochenende stattfinden?

Das ist eigentlich egal. Es kann am Wochenende sein oder in der Woche, je nachdem wie es dem Lehrer und den Jugendlichen passt. Und je nach den Räumlichkeiten. Eigentlich sollen die Deutschklubs in den Räumlichkeiten der DFKs stattfinden, aber wenn es eine gute Kooperation mit der Schule gibt, kann der Klub auch in der Schule sein.

 

 

Wie lange sollen die Deutschklubtreffen dauern?

Zwei Stunden wöchentlich. Und es soll kein Kurs sein, nach dem Motto drei Monate und dann ist aus, sondern es soll eigentlich über das ganze Schuljahr laufen: vom September bis Ende des Jahres. Vorerst also vier Monate, aber wir hoffen, dass es eine Fortsetzung geben wird und die Klubs über das ganze Schuljahr laufen.

 

Was werden die Jugendlichen während der Deutschklubtreffen machen? Gibt es da konkrete Vorstellungen?

Es gibt ein Curriculum, in dem aber sehr grob geschrieben steht, was bei den Deutschklubs geschehen soll. Eigentlich ist es so, dass man sich nach den Interessen der Jugendlichen richten soll. Wenn es eine Gruppe von Jugendlichen gibt, die gerne noch mehr Deutsch lernen will, dann kann man natürlich einen Deutschintensivkurs draus machen, aber wenn es eine Gruppe von Jugendlichen gibt, die gerne ein Musical gestalten will, dann kann es auch eine Musical sein. Aber auf Deutsch. Wichtig ist, dass Deutsch diesmal nicht das Ziel ist, sondern ein Mittel zum Ziel. Das kann auch ein Diskussionsklub sein, eine Theatergruppe, Hauptsache man kommuniziert auf Deutsch.

 

 

Werden die Ergebnisse der Deutschklubtreffen auf irgendeine Weise präsentiert?
Das kann gerne im lokalen Rahmen präsentiert werden, aber wir planen keine gemeinsame Veranstaltung.

Soll das Projekt in ganz Polen organisiert werden oder ist es nur für Schlesien vorgesehen?
Es ist eigentlich für ganz Polen vorgesehen. Aber im ersten Durchlauf haben wir uns auf Schlesien konzentriert, damit man den Anfang ziemlich intensiv gemeinsam schaffen kann, weil es gibt bestimmt viele Dinge, die man immer wieder besprechen muss. Im kleinen Rahmen ist es einfacher. Wenn der erste Durchlauf vorbei ist, sehen wir weiter. Doch natürlich ist es nicht verboten, wenn sich jetzt jemand zum Beispiel aus Allenstein meldet. Allerdings haben wir Werbung für das Projekt erstmals nur in Schlesien gemacht.

 

 

Gibt es schon Anmeldungen?

Wir haben bis jetzt fünf Anmeldungen. Es war vorgesehen, dass sich mindestens vier Lehrer oder DFKs melden sollen. Es ist also sehr erfreulich, dass es schon fünf Anmeldungen gibt und dass es erst einmal im kleinen Rahmen beginnt, so ist es noch machbar die Veranstalter richtig zu begleiten und zu unterstützen. Aber natürlich kann man sich noch anmelden. Wir werden uns darüber natürlich sehr freuen.