Die neue Publikation hat auch die traditionellen Bilder für die Janosch bekannt ist

Horst Eckert, auch als „Janosch“ bekannt, ist wohl einer der beliebtesten Schlesier. Der Kinderautor schrieb in seinem Leben zahlreiche Erzählungen heraus, die um die Welt gingen. Obwohl er mittlerweile in Teneriffa lebt, geht ein „neues“ Werk von ihm von seiner Heimatregion – genauer gesagt – aus Oppeln aus. Frau Prof. Joanna Rostropowicz hat sich entschieden, einen seiner Texte nämlich in Latein herauszugeben.

 

„Ich habe mich entschieden das zu machen, weil doch Latein eine der Sprachen der Schlesier ist. Auf Latein gab es schon viel mehr schlesische Werke, als es die meisten glauben würden“, so die Entscheidung von Frau Prof. Rostropowicz. Fragwürdig müsste das Projekt so manchem erscheinen, weil es sich um die Herausgabe eines Kindertextes in einer Sprache handelt, welche die meisten für ausgestorben erachten. Und doch macht es für die Verlegerin sehr viel Sinn: „Latein ist in Wirklichkeit gar nicht so schwierig. Ich würde es empfehlen, Kindern ganz einfach so vorzulesen, weil es eine noble Sprache ist, die Horizonte erweitert“, so Rostropowicz.

 

Elitär ist die Herausgabe in vielerlei Hinsicht: Erstens ist es ein erster Versuch die Werke von Janosch überhaupt auf Latein zu popularisieren. Zweitens: Da Prof. Rostropowicz das Buch im Rahmen ihres eigenen Verlags (Stiftung für Wissenschaft und Kultur in Schlesien) herausgab, reichten die Finanzen nur für 200 Exemplare. Wer eines also bekommt, darf sich glücklich schätzen. Auch Prof. Rostropowicz ist sich dessen bewusst: „Da wir nur eine begrenzte Anzahl haben, hoffe ich, dass das Buch auch Menschen bekommen, die davon wirklich Nutzen haben“, sagt Rostropowicz. Bei dem besagten Werk handelt es sich um die populärste Erzählung von Janosch „O wie schön ist Panama“, die man lateinisch „Quam mirabilis est Panama!“ übersetzt. Auf 77 Seiten mit traditionellen Bildern von Janosch wird eine simple aber doch sehr wichtige Geschichte über Freundschaft und Veränderungen im Leben erzählt. Der Text wurde schon in zahlreiche andere Sprachen – und nun auch in Latein – übersetzt.

 

Ein richtiges Schnäppchen sollte die neue Publikation aber nicht nur für Fans von Janosch und Latein sein. Am Ende präsentiert die Autorin eine polnisch-deutsch-lateinische Zusammenfassung vom wichtigsten Wortschatz, der in der Erzählung vorkommt. Selbst wenn sich also jemand in der antiken Sprache nicht so stark fühlt, kann er dadurch auch etwas dazulernen.

 

Bezüglich der Publikation kann man unter silesia.opole@interia.pl nachfragen. Vertrieben wird sie aber auch durch das schlesische Geschäft „Silesiaprogress“ unter silesiaprogress.com.

 

Łukasz Biły