Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, September 27, 2022

Einzigartig in Oberschlesien

Im Rahmen des Archivs der erzählten Geschichte des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit, fand vor Kurzem ein besonderes Treffen mit einem Zeitzeugen statt. Jener, der über seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg erzählt, konnte natürlich nicht selbst anwesend sein, es wurden aber seine Tagebücher aus dieser Zeit vorgestellt.

Die Rede ist von Albert Adamski, einem Kaufmann, der in Frei Kadlub (heute Gemeinde Zembowitz) geboren wurde. Im Februar 1915 wurde er in die Armee eingezogen und kämpfte von nun an für den deutschen Kaiser an den Fronten des Großen Krieges. Adamski wurde später schwer verwundet, sodass er letztendlich seinen Militärdienst in einer Kaserne in Spandau verrichtete, wo er auch den Fall des Kaiserreiches erlebt hatte. Nach dem Krieg ließ er sich in Lugnian nieder, führte dort jahrelang einen Laden und starb schließlich im Jahr 1951.

Gerard Wons zeigt das Originaltagebuch von Albert Adamski.
Foto: HDPZ

„Das Tagebuch von Adamski gelangtedurch Zufall in unser Regionalmuseum. Ein Geistlicher, ein Freund des Sohnes von Albert Adamski, hat uns das Heft mit den handschriftlichen Einträgen überlassen und als ich das gelesen hatte, wusste ich sofort, dass es lohnend wäre, dieses Tagebuch herauszugeben“, erzählt der Lokalhistoriker Gerard Wons.

Es sollte aber noch einige Jahre dauern, bis schließlich durch Zusammenarbeit mit Dr. Sebastian Rosenbaum von der Kattowitzer Abteilung des Instituts für nationales Gedenken das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit auf das Tagebuch aufmerksam wurde und sich entschieden hatte, die Aufzeichnungen als Buch, sowohl in deutscher als auch in polnischer Sprache,herauszugeben.

Das Tagebuch wurde übersetzt und als zweisprachige Publikation herausgegeben.
Quelle: HDPZ

„Es ist, denke ich, für Oberschlesien einzigartig“, sagt Dr. Sebastian Rosenbaum. „Ich kenne kein anderes Tagebuch von einem Menschen aus unserer Region, der so detailliert, gleichzeitig aber so kritisch seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg beschreibt. Dabei geht es nicht nur um die reinen Kampfberichte, sondern auch um die Situation hinter der Front, das Verhältnis der Soldaten untereinander und schließlich auch seine Einschätzung der Politik“, sagt Dr. Rosenbaum weiter.
Das Buch kann man direkt beim Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit oder über die Internetseite www.hausbook.pl bestellen.

Rudolf Urban

Ein Bericht von dem Treffen gibt es auch bei Schlesien Journal:

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