Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, December 6, 2022

Elfriede Reichelt – Fotografin der Prominenz

In ihrer Zeit zählte die am 30. Januar 1883 in Breslau geborene Elfriede Reichelt zu den bekanntesten Berufsphotographinnen Deutschlands. Als eine der ersten Frauen überhaupt durfte sie in München Photographie studieren. Ihren Erfolg hatte sie teilweise auch einem sehr prominenten Kunden zu verdanken: dem Kaiser Wilhelm II.


Elfriede Klara Emma Reichelt war eine von drei Töchtern des Breslauer Porzellanhändlers Oswald Reichelt und seiner Frau Emma geb. Streit. Ihr Talent für Photographie wurde schon in der Ausbildung sichtbar. Von 1906 bis 1908 studierte Elfriede Reichelt als eine der ersten Frauen überhaupt an der Münchner Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie. Nach der Ausbildung in München kehrte Reichelt in ihre schlesische Heimat zurück und eröffnete in Breslau ein eigenes Atelier für künstlerische Porträtphotographie. Die Berufsphotographin porträtierte bis Anfang der 1930er-Jahre sowohl die überregionale Prominenz jener Zeit als auch namhafte Breslauer Persönlichkeiten, Intellektuelle und Adelige. Neben etlichen anderen ließen sich der Architekt Hans Pelzig, die Maler Theodor von Gosen und Oskar Moll sowie die Pianisten Elly Ney und Alfred Cortot von ihr fotografieren. Ihre Prominentenporträts wurden in zahlreichen Photomagazinen veröffentlicht. Darüber hinaus wurde sie zu vielen Photographie-Ausstellungen eingeladen.

 

Elfride Reichelt
Zeichnung: Krzysztof Stręcioch

 

Berühmtheit brachte Reichelt zudem ein besonders prominenter Kunde: Kaiser Wilhelm II. Ihn durfte sie des Öfteren porträtieren. Sie fotografierte auch die Mitglieder seiner Familie. Eine Vielzahl dieser Aufnahmen ist heute in der Deutschen Fotothek zu finden. Reichelt war Mitglied des Deutschen Werkbundes und der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner. Nach der Heirat mit dem Ulmer Industriellen Hans Wieland hat sie das Breslauer Atelier Anfang der 1930er-Jahre aufgegeben. Sie starb 1953 in Grünwald bei München.

Anna Durecka

 

Die Veröffentlichung „Superhelden_innen Schlesiens“ wurde vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit herausgegeben und aus Mitteln des Goethe-Instituts Krakau finanziert. Man kann sie kostenlos unter www.haus.pl runterladen.

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