Für seinen Einsatz für die deutsche Minderheit in Schlesien ist Helmut Paisdzior mit dem Bundesverdienstkreuz geehrte worden. Die Auszeichnung fand am 11. März im Breslauer Generalkonsulat statt.

 

Am 11. März wird Helmut Paisdzior mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Eine besondere Ehre ist die Anwesenheit des Oppelner Bischofs Andrzej Czaja. Foto: Marie Baumgarten

 

 

Helmut Paisdzior ist sichtlich ergriffen, als der Breslauer Generalkonsul Hans Jörg Neumann ihm das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland überreicht.
Generalkonsul Neumann betont in seiner Rede die besonderen Verdienste von Helmut Paisdzior um die deutsche Minderheit sowie die deutsch-polnische Verständigung. „Als deutsch-polnischer Doppelstaater verkörpern Sie in idealer Weise das Bild des Brückenbauers zwischen Polen und Deutschland.“ Neben zahlreichen Aktivitäten rage besonders die 14-jährige Tätigkeit von 1991-2005 als Abgeordneter der Deutschen Minderheit im polnischen Sejm heraus, sagt Neumann.

 

 

In Dankbarkeit und Demut

„Es ist für mich eine große Ehre, eine so hohe Auszeichnung zu erhalten“, sagt Helmut Paisdzior in seiner Dankesrede. „Ich nehme sie mit großer Dankbarkeit und Demut an.“ Er betont, dass seine Arbeit nicht möglich gewesen wäre, hätte er nicht so viel Unterstützung seitens vieler Freunde, Vertreter der Kommunalpolitik sowie der deutschen Minderheit, von Unternehmern und von vielen „Heimatverliebten“ bekommen. Viele von ihnen sind an diesem Tag gekommen, um gemeinsam mit ihm das besondere Ereignis zu feiern.

 

Dass ihm das viel bedeutet, merkt man ihm an. Für jeden der rund fünfzig Gäste hält er eine warme, aufrichtige Umarmung bereit. Unter den Gästen sind der Marschall der Woiwodschaft Oppeln, Andrzej Buła sowie Vertreter der deutschen Minderheit, darunter der Sejmabgeordnete Ryszard Galla. Mit ihnen verbindet Helmut Paisdzior eine langjährige Zusammenarbeit, aus der häufig sogar eine Freundschaft erwuchs. Und wir alle wissen, wie viel Worte der Anerkennung aus dem Munde eines Freundes bedeuten. So wischt sich Helmut Paisdzior an diesem Nachmittag immer wieder die Augen.

 

Eine besondere Ehre ist die Anwesenheit des Oppelner Bischofs Andrzej Czaja – damit wird deutlich, wie viel Helmut Paisdzior in Schlesien bewegt hat.

 

 

Große Verdienste

Helmut Paisdzior gehört unter anderem zu den Gründervätern der Stiftung für die Entwicklung Schlesiens, die am 2. Dezember 1991 von vier Organisationen der deutschen Minderheit ins Leben gerufen wurde. Hauptaufgabe der Institution ist es, durch ihre Tätigkeit die Sozial-, Wirtschafts- und Kulturentwicklung Schlesiens positiv zu beeinflussen. Er ist auch Hauptbegründer der Wohltätigkeitsgesellschaft der Deutschen in Schlesien, die am 6. Juni 1996 registriert wurde. Die Gesellschaft hat sich die Förderung der sozialen Gesundheit zum Ziel gesetzt.

 

Für die Deutsche Minderheit ist es besonders wichtig, dass sein besonderes Augenmerk dem kulturellen und religiösen Erbe Schlesiens galt. Helmut Paisdzior hatte einen wichtigen Anteil daran, dass die Tradition der deutschsprachigen Gottesdienste wiederbelebt worden ist.

 

Helmut Paisdzior ist darüber hinaus einer der Initiatoren und Gründer einer Stiftung zum Erhalt des Heiligtums des Sankt Annabergs, die sich die Renovierung der sakralen Bauten auf dem Annaberg zum Ziel gesetzt hat. Noch heute ist er Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Dank seines Einsatzes und der Zusammenarbeit mit der deutschen Bundesregierung erhielt die Stiftung einen Zuschuss für die Restaurierung der Kreuzwegstationen bei der Lourdes Grotte auf dem Sankt Annaberg. Auf Antrag des Franziskanerordens und des damaligen Erzbischofs von Oppeln Prof. Dr. hab. Alfons Nossol ist ihm dafür das Ehrenkreuz Pro Ecclesia et Pontifice von Papst Benedikt XVI. verliehen worden. Ein zweites Kreuz ist nun dazugekommen.

 

Marie Baumgarten