Foto: Uwe Hahnkamp

Am Wochenende 27./28. Mai feierte die Jugendgruppe „Ermis“ bei der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit ihr 25-jähriges Bestehen. Im Erholungszentrum in Bansen bei Bischofsburg (Bęsia k/o Biskupcu) wurde in familiärer Atmosphäre auf ein Vierteljahrhundert abwechslungsreicher Tätigkeit zurückgeblickt.

 

Nach Bansen waren über 40 Personen gekommen, die sich mit den Ermis verbunden fühlen, sowie zu ihrer Identität und ihrem besonderen Charakter beigetragen haben und beitragen. Während die jüngeren Mitglieder die Gründungszeit nur vom Hörensagen kennen, erinnert sich Norbert Block sehr genau an die Anfänge. Der heutige Vorsitzende der Ermlandfamilie, des deutschen Vereins, der die ehemaligen Einwohner des Ermlands miteinander verbindet, war damals Bundessprecher deren Jugendorganisation Gemeinschaft Junges Ermland (GJE). „1991 kam eine Anfrage der deutschen Vereine im Ermland zu einem möglichen Jugendaustausch. Da habe ich spontan zugesagt“, berichtet er. Zwar gab es intern Kritik an seinem Alleingang, aber auch ein erstes Treffen in Königsdorf bei Köln, dem quasi sofort eins in Krossen bei Wormditt (Krosno k/o Ornety) folgte. Damals entstand die Jugendgruppe „Ermis“, die 1992 als Regionalgruppe in die GJE aufgenommen wurde.

 

Zusammenarbeit als Rezept

 

Zu den ersten engagierten Personen der „Ermis“ gehörte unter anderen Monika Suchodolska, die in den Folgejahren die Leitung mit übernahm. „Neben der Jugendbegegnung und der deutsch-polnischen Versöhnung war auch der religiöse Aspekt ein wichtiger Faktor“, erklärt die heutige Monika Kretschmann, „das Ermland war immer katholisch und das verbindet die Ermländer bis heute.“ Ein wichtiger Termin im Kalender der Ermis und der GJE ist daher die Ostertagung, die wie die GJE eine 70-jährige Tradition hat, und seit über 60 Jahren jedes Jahr in Freckenhorst im Münsterland stattfindet. Die gemeinsame Jahresplanung wird bis heute auf der Führungskreistagung in Hardehausen erledigt, eine dritte Konstante sind die Begegnungen im November in Berlin. Norbert Block lobt den persönlichen Einsatz vieler Ermis in der GJE und bei der Dachorganisation Aktion West-Ost, aber auch die Begegnungen als solche.

 

Erweiterung und Zukunft

 

Karin Ziaja hat einige Jahre für die Aktion West-Ost gearbeitet und ist ebenfalls voll des Lobes für die Ermis: „Damals im Jahr 2001 lief die Kooperation schon sehr gut, wir haben aber die Allensteiner dann zu unseren Bundestagungen eingeladen, was noch einmal eine Verbesserung gebracht hat.“ Dazu kommt, dass einige Mitglieder der Ermis bei der Aktion West-Ost einen Freiwilligendienst gemacht haben.

 

Dank dieser Zusammenarbeit gelang ein Blick auch über die deutsch-polnische Verbindung hinaus. Gemeinsame Begegnungen mit Partnern aus dritten Ländern wie Tschechien oder Litauen finden inzwischen jedes Jahr statt. Andrezej Czarnecki, der mit Joanna Kamińska die Jubiläumsfeier moderierte, war bei der Organisation einiger Kinder- und Jugendlager mit dabei: „Wir versuchen, interessante Eindrücke nicht nur aus Deutschland und Polen zu vermitteln. In diesem Jahr fahren wir zum Beispiel mit den 12-15-Jährigen und auch den älteren Jugendlichen in die Westukraine.“ Joanna Kamińska, die mit den Ermis aufgewachsen ist, ergänzt: „Über diese Kinderfreizeiten finden wir immer wieder neue Mitglieder für die Ermis. Daher wollen wir diese Arbeit solange wie möglich fortsetzen.“ Wenn man die Kinder der ersten Ermis spielen sieht, stehen die Chancen auf weitere 25 Jahre nicht schlecht.

 

Uwe Hahnkamp