Foto: M. Leibig

Den Deutschen Tag beim Oppelner Weihnachtsmarkt gibt es schon seit ca. 15 Jahren. Den Anfang machte Frakcja Młodych, die ersten Weihnachtsmärkte fanden neben der Oppelner Kathedrale statt. Schulen haben damals eigene Stände vorbereitet, Schüler sind auf der Bühne aufgetreten. 2011 hat der Bund der Jugend der Deutschen Minderheit (BJDM) diese Initiative übernommen, und im Laufe der Jahre ordentlich umgekrempelt.

 

Ein großes weißes Zelt wurde am dritten Adventssonntag auf dem Marktplatz in Oppeln aufgebaut. Auf der Zeltbühne präsentierten sich ab 12:30 Uhr Kinder und Jugendliche, die am Weihnachtsliederwettbewerb teilnahmen.

 

Sie legten sich mächtig ins Zeug

 

„Es waren viele Lieder dabei, die nicht so bekannt sind. Das zeigt, dass die Kinder sich genau überlegt haben was sie hier auf der Bühne präsentieren wollen, es sollte etwas besonderes werden“, sagt Roman Szablicki, Mitglied der Wettbewerbsjury. „Es war nicht leicht die Sieger zu küren, weil sich alle Teilnehmer sehr ins Zeig gelegt haben“, sagte er kurz vor der Preisverleihung. Die siebenjährige Emilia Scudło aus Walzen beispielsweise sang das Lied „Höchste Zeit“. Von ihrer Lehrerin hat sie erfahren, dass so ein Wettbewerb stattfindet. „Mein Lied handelt von Weihnachtsgeschenken, es hat mir sehr gefallen, also habe ich es gelernt,“ sagt Emilia, die den dritten Platz in der Kategorie Solisten ersungen hat. Samanta aus Domecko hat schon zum zweiten Mal beim Weihnachtsliederwettbewerb teilgenommen und hat es erneut aufs Treppchen geschafft: „Ich werde meiner Familie unterm Weihnachtsbaum dieses Lied vorsingen“ so die Neunjährige. Ihren Erfolg verdankt Samanta ihrer Deutschlehrerin Wioleta Hoffman-Klama: „Im Oktober haben wir vom Wettbewerb erfahren, und ab da an haben wir langsam mit den Vorbereitungen begonnen, zu erst kam der Text, da Deutsch keine leichte Sprache ist“, sagt die Deutschlehrerin.

 

Deutsche Kultur und Identität

 

„Unser Hauptziel ist es uns zu zeigen, dass die Jugend der Deutschen Minderheit aktiv ist“ sagt Zuzanna Herud, die Koordinatiorin beim Weihnachtsmarkt. Auch junge Volontäre waren dabei und unterstützten die Initiative: „Sie helfen uns bei der Promotion, sie sind hier vor Ort und haben Spaß dabei, das ist wirklich Klasse“, freut sich die Koordinatorin. Weihnachtslieder und Gedichte zum Thema Weihnachten, die von den Finalisten des Rezitationswettbewerbs „In der Sprache des Herzens“ präsentiert wurden, erklangen den ganzen Tag am Oppelner Ring. Es geht darum, die deutsche Kultur in Schlesien zu präsentieren, sagt Zuzanna Herud: „Ich denke es ist immer gut, den Menschen ein klein wenig deutsche Kultur und Identität näher zubringen. Mit Weihnachtsliedern und Gedichten haben wir eine lockere Art ausgewählt.“ Markus aus Tarnau kam mit seiner Ehefrau und seinem Nachbarn zum Deutschen Tag am Oppelner Weihnachtsmarkt: „Ich habe gehört, dass die Jugend der Deutschen Minderheit hier was auf die Beine stellt. Und da es mir sehr am Herzen liegt, dass man die Jugend unterstützt, da die Jugend unsere Zukunft ist, sind wir hergekommen“ sagt Markus. Viel zu spät haben die Schüler aus Kreuzburg (Kluczbork) und Kuhnau (Kuniów) von dem Wettbewerb erfahren.  Das hielt aber die 19 Mitglieder des  reaktivierten Chors „Kreuzburger Stiefmütterchen“ nicht davon ab, mit dem Zug nach Oppeln zu reisen und auf dem Weihnachtsmarkt aufzutreten. Die Lehrerin Elżbieta Wydra bereitete die Schüler vor, und begleitete sie beim Auftritt: „Sie lernen die Sprache, aber auch Oppeln kennen“ so die Deutschlehrerin.

Manuela Leibig