Das Team des Projektes                                                  Foto: Joanna Hassa

Am Samstag fand das Große Schlittern zum zwölften Mal statt. Für einen Zloty konnte man eine Stunde lang Schlittschuhlaufen. Die karitative Initiative des BJDM besuchten insgesamt ca. 1000 Personen.

 

 

 

 

Jugendliche der Deutschen Minderheit versammelten sich am 4. März in der Oppelner Eishalle Toropol, die an diesem Tag mit Fahnen und Ballons in den Farben Schwarz, Rot und  Gold verziert war. Schon um 9:30 Uhr arbeiteten das Organisationsteam und die Freiwilligen, damit bis zur Eröffnung um 12:00 Uhr alles perfekt war. Alles hat geklappt. Die Koordinatorin des „Großen Schlitterns“, Melania Smykała, bat die ersten Gäste auf die Eisfläche und DJ Dragon spielte dazu deutsche Musik. Zu dieser liefen Kinder aus neun Kinderheimen der Woiwodschaft Oppeln und Besucher aus der ganzen Region. Unter ihnen konnte die Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Oppeln, Sabine Haake, nicht fehlen. Das Konsulat unterstützte die karitative Aktion des Bundes der Jugend der Deutschen Minderheit: „Das machen wir sehr gerne, da es um die Jugend, also die Zukunft der deutschen Minderheit geht“, sagte Sabine Haake.

 

 

 

Auch das Marschallamt der Woiwodschaft Oppeln unterstützt das „Große Schlittern“. Kaum hatte der Vizemarschall der Woiwodschaft Oppeln Dr. Roman Kolek seine Schlittschuhe angezogen, fragten wir ihn, was er von dem „Großen Schlittern“ hält: „Es ist eine fantastische Initiative, die viele junge Menschen versammelt, sie zeigt, dass der BJDM aktiv ist und für die lokale Bevölkerung etwas machen will. Außerdem kann man durch den karitativen Aspekt jemanden helfen und sein wahres Ich zeigen“, so Kolek.

 

 

Team und Freiwillige

 

Wer sich noch unsicher auf dem Eis fühlte, bekam Hilfe von den Freiwilligen. Ca. 40 von ihnen standen den Besuchern mit Rat und Tat zur Verfügung. Laura Szafarczyk aus Ratibor arbeitete zum ersten Mal an dem Projekt mit, es gab viel zu tun, gibt die 17-Jährige zu. Sie war für die Medienspräsenz des „Großen Schlitterns“ zuständig und für die Freiwilligen: „Um Helfer zu finden habe ich Plakate in Schulen ausgehängt, mit vielen Bekannten telefoniert; meine Freunde aus Ratibor, Ratibor-Hammer und anderen kleinen Ortschaften sind auch dabei.“ Die Freiwilligen kamen dieses Jahr aus den Woiwodschaften Oppeln und Schlesien (Kattowitz, Lublinitz) worüber sich Bernard Gaida, Vorsitzender des Verbandes deutscher sozial-kultureller Gesellschaften in Polen, besonders freute: „Ich bin gerne heute nach Oppeln gekommen. Die Initiative selbst und das Engagement der Volontäre bringen mich immer wieder ins Staunen“, gibt Gaida zu. Und weiter: „Die hier anwesenden Freiwilligen, sogar welche tief aus der Woiwodschaft Schlesien, zeigen, dass die Jugend der Deutschen Minderheit lebt. Dieses Projekt zieht nicht nur Besucher an, sondern auch die, die daran mitarbeiten. Das freut mich sehr, und ist wichtig für das Gesamtbild der deutschen Minderheit“ sagt Gaida stolz.

 

 

Für Aleksander

 

Den Ertrag vom „Großen Schlittern“ übergibt der Bund der Jugend der Deutschen Minderheit für die Rehabilitation des 21-jährigen Aleks Bochynek aus Krappitz. Aleks war mit seiner Mutter Justyna Bohynek beim Großen Schlittern dabei. „Ich bekam einen Anruf vom BJDM, es muss ein gutherziger Mensch ihnen Bescheid gegeben haben, dass Aleks krank ist, und dass wir solche Art von Hilfe brauchen“ erinnert sich Justyna Bochynek. „Bei dem Gespräch wurde mir gesagt, dass es so eine Aktion gibt, und ob wir mit meinem Sohn daran teilnehmen möchten. Ich habe nicht gezögert. Jetzt sind wir hier, es ist eine sehr große Stütze für mich und mein Kind“ gibt die Mutter zu.

 

 

Besucher

 

Aus der Gemeinde Gogolin kam zum dritten Mal ein Bus. Fast 50 Kinder und Jugendliche wurde auf diese Weise die Teilnahme an dem „Großen Schlittern“ ermöglicht. Unter ihnen Ellen Polanski: „Mir gefällt dass man so schön herum sausen kann auf dem Eis“, sagt die Achtjährige. Wie viele andere Kinder hat sich Ellen das Gesicht bemalen lassen, sie wünschte sich einen Schmetterling. Die aus Krakau angereiste Künstlerin Maria Łukaszewska-Ciesielska zauberte den Kindern jedes gewünschte Motiv ins Gesicht: „Ich glaube, dass jede gute Tat etwas Größeres hervorruft, also habe ich mich entschieden dabei zu sein“ sagte Maria.

Bis zum 10. März werden in Schulen und Deutschen Freundschaftskreisen noch im Rahmen des „Großen Schlitterns“ Hygieneartikel gesammelt. Die Hygieneartikel kommen den an dem „Großen Schlittern“ teilnehmenden Kinderheimen zugute. Diese werden nächste Woche im  Büro des BJDM übergeben. Wenn jemand diese Initiative noch unterstützen möchte, kann man die Spenden nächste Woche in das Büro des BJDM in der Konopnica Str.6 in Oppeln abgeben.

 

 

 

Redaktion: Manuela Leibig

Fotos: Joanna Hassa